SpaceX bereitet den größten Börsengang der Geschichte vor. Das saugt massiv Kapital aus dem Sektor. Rocket Lab reagiert auf diese Bedrohung mit einer klaren Botschaft. Der Konzern will genau die Lücke füllen, die Elon Musks Raumfahrtriese gerade hinterlässt.
Lücke im Markt
Finanzchef Adam Spice skizzierte den Plan am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz. SpaceX fokussiert sich zunehmend auf eigene Starlink-Missionen und das neue Starship-Programm. Dadurch entsteht ein Vakuum bei mittelschweren Trägerraketen. Genau hier positioniert Rocket Lab die neue Neutron-Rakete. Der erste Start soll noch in diesem Jahr erfolgen.
Die Nachfrage zieht bereits vor dem Erstflug an. Im ersten Quartal unterschrieb das Management dutzende neue Startverträge. Darunter befinden sich fünf Buchungen für die Neutron-Rakete. Das treibt den gesamten Auftragsbestand auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Ein namentlich nicht genannter Großkunde sicherte sich dabei acht Starts.
Starkes Wachstum, rotes Ergebnis
Finanziell wächst das Unternehmen rasant. Der Umsatz sprang im ersten Quartal auf rund 200 Millionen US-Dollar. Für das laufende zweite Quartal peilt Rocket Lab weiteres Wachstum an. Ein operativer Gewinn lässt allerdings auf sich warten. Das Management rechnet mit einem Millionenverlust beim bereinigten EBITDA. Der Grund: massive Investitionen in die Raketenproduktion.
Abseits der operativen Erfolge trübt sich die Marktstimmung ein. SpaceX plant offenbar schon für den 12. Juni sein Börsendebüt an der Nasdaq. Bisher galt Rocket Lab als eine der wenigen reinen Raumfahrt-Aktien. Dieser Seltenheitswert schwindet nun. Anleger ziehen Kapital ab. Die Aktie rutschte am Mittwoch auf 105 US-Dollar ab.
Am Optionsmarkt dominiert die Vorsicht. Die implizite Volatilität notiert auf einem extrem hohen Niveau. Händler rechnen kurzfristig mit heftigen Kursschwankungen. Das Put-Call-Verhältnis liegt deutlich über dem historischen Durchschnitt. Viele Marktteilnehmer sichern sich gegen fallende Kurse ab.
Analysten blicken dennoch optimistisch in die Zukunft. Sie erwarten für 2027 einen Jahresumsatz von 1,25 Milliarden US-Dollar. Dann soll Rocket Lab auch die Gewinnschwelle erreichen. Bis dahin muss das Unternehmen beweisen, dass die Rakete pünktlich abhebt. Der für Ende des Jahres geplante Erstflug wird zum entscheidenden Katalysator.
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