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Rocket Lab Aktie: 190-Millionen-Vertrag für HASTE-Flüge

Rocket Lab verzeichnet operative Erfolge mit Pentagon-Aufträgen und Raketentests, während die Aktie durch einen Branchenausverkauf stark fällt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert 36,85 Prozent in 30 Tagen
  • Pentagon vergibt 190-Millionen-Dollar-Auftrag
  • Neutron-Rakete besteht Triebwerkstest
  • Analysten bleiben bei neutraler Einstufung

Auf der operativen Seite stapeln sich milliardenschwere Regierungsverträge und technische Fortschritte bei der neuen Neutron-Rakete. An der Börse dagegen rauscht die Aktie durch einen der heftigsten Ausverkäufe im gesamten Raumfahrtsektor. Zum Schluss am Freitag stand der Kurs bei 59,30 Euro, ein moderates Plus von 0,68 Prozent zum Vortag – nach einem Einbruch von 36,85 Prozent innerhalb der vergangenen 30 Tage.

Ausverkauf erfasst die gesamte Branche

Der Kursrutsch bei Rocket Lab ist kein Einzelfall. Nach Einschätzung von Goldman Sachs bewegt sich der gesamte Raumfahrtsektor derzeit mit der fünffachen Volatilität des S&P 500. Auch Konkurrenten wie AST SpaceMobile und SpaceX verzeichneten im Juli 2026 Kursverluste von rund 35 bis 38 Prozent. Hinter dem Abverkauf stecken laut Marktbeobachtern mehrere Faktoren: überzogene Bewertungen nach der Rally im Mai und Juni, der Wegfall der Seltenheitsprämie durch den SpaceX-Börsengang sowie ein erhöhtes Kapitalangebot durch Wandelanleihen und Insiderverkäufe. Der Relative-Stärke-Index von Rocket Lab liegt inzwischen bei 30,2 – ein Wert, der auf eine überverkaufte Aktie hindeutet und Spielraum für eine technische Gegenbewegung eröffnet.

Milliardenauftrag vom Pentagon

Während der Kurs schwankt, füllt sich das Auftragsbuch. Das US-Kriegsministerium vergab an Rocket Lab einen Vertrag über 190 Millionen US-Dollar für 20 hyperschnelle HASTE-Testflüge. Die Suborbitalrakete kommt bislang mit einer Erfolgsquote von 100 Prozent aus. Rocket-Lab-Chef Sir Peter Beck bezeichnete den Auftrag als Stärkung der nationalen Sicherheit. Insgesamt umfasst der Auftragsbestand des Unternehmens mittlerweile mehr als 70 Starts mit einem Gesamtwert von rund 2 Milliarden US-Dollar. Zusätzlichen Rückenwind lieferte die US-Space-Force, die am 17. Juli 2026 die Obergrenze für das milliardenschwere NSSL-Phase-3-Lane-1-Programm um 11,4 Milliarden auf 17 Milliarden US-Dollar anhob – Geld, das künftig auch an Rocket Lab neben ULA, SpaceX, Stoke Space, Impulse Space und Relativity Space fließen kann.

Neutron nimmt Gestalt an

Technisch kommt die neue Mittelklasse-Rakete Neutron voran. Am NASA-Stennis-Space-Center bestand das Archimedes-Triebwerk einen erfolgreichen Qualifikationstest. Acht dieser Triebwerke sollen die erste Stufe der Neutron mit 1,5 Millionen Pfund Schub antreiben, die AVac-Variante der zweiten Stufe liefert das 1,2-fache des Schubs der ersten Stufe. Auffällig ist das sogenannte „Hungry Hippo“-Verkleidungssystem der Rakete. Ein Rückschlag bleibt jedoch nicht unerwähnt: Bei einem Drucktest riss ein Treibstofftank der Hauptstufe. Beck betont deshalb Einsatzbereitschaft vor festen Terminen – der Erstflug der Neutron wird weiterhin für das vierte Quartal 2026 erwartet. Parallel dazu erweitert Rocket Lab seine Startinfrastruktur, also Bodensysteme, Missionskontrolle und Startanlagen, um künftig häufiger und für ein breiteres Kundenspektrum aus dem kommerziellen und sicherheitspolitischen Bereich starten zu können.

Auch operativ zeigte das Unternehmen Stärke: Für die US-Space-Force startete Rocket Lab die Victus-Haze-Mission innerhalb von 16 Stunden und 42 Minuten nach Startfreigabe – ein Rekord im Rapid-Response-Programm TacRS. Der zugehörige Vertrag war mit 32 Millionen US-Dollar dotiert. Zusätzlich treibt Rocket Lab die milliardenschwere Übernahme von Iridium für rund 8 Milliarden US-Dollar voran, mit der ein globales Satellitennetzwerk samt wiederkehrenden Umsätzen ins Haus kommen soll.

Analysten bleiben vorsichtig

Trotz der operativen Fortschritte fällt das Urteil der Wall Street gemischt aus. Piper Sandler startete Mitte Juli 2026 die Coverage von Rocket Lab mit einer neutralen Einstufung und einem Kursziel von 83 US-Dollar – deutlich unter dem breiteren Analystenkonsens, der zuletzt bei rund 110 US-Dollar lag. Im ersten Quartal hatte Rocket Lab einen Umsatz von 200,35 Millionen US-Dollar ausgewiesen, ein Plus von gut 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Verlust je Aktie von 0,07 US-Dollar, was die Erwartungen leicht übertraf. Belastend wirkten zuletzt Insiderverkäufe: Innerhalb von drei Monaten trennten sich Firmeninsider von 3,85 Millionen Aktien im Gegenwert von 362,8 Millionen US-Dollar. Beck selbst ordnete den Wettbewerb zuletzt pragmatisch ein: Von mehr als 100 gestarteten Launch-Unternehmen hätten es letztlich nur zwei geschafft, einen regelmäßigen Startbetrieb aufzubauen – Rocket Lab und SpaceX, das er als „freundlichen Rivalen“ bezeichnete.

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Diskussion zu Rocket Lab

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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