Bei Rocket Lab trifft operative Vorsicht auf pure Börsen-Euphorie. Das Raumfahrtunternehmen verschiebt seine nächste Mission auf unbestimmte Zeit. Die Aktie steht dennoch vor einem historischen Meilenstein.
Eigentlich sollte die Rakete vom Typ Electron am 18. Juni abheben. Der geplante Start für den japanischen Kunden Synspective fällt nun vorerst aus, da Rocket Lab zusätzliche Sicherheitsprüfungen anordnete. Ein neues Datum steht noch aus.
Abseits der Startrampe sammelt der Konzern lukrative Aufträge ein. Die US-Behörde SDA gab kürzlich grünes Licht für ein neues Satelliten-Netzwerk. Dieser Auftrag spült rund 816 Millionen US-Dollar in die Kassen. Damit wächst das Volumen der SDA-Verträge auf über 1,3 Milliarden Dollar.
Rekordzahlen und ein wichtiges Debüt
Finanziell läuft es rund. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um 63 Prozent auf 200,3 Millionen Dollar. Parallel dazu kletterte der Auftragsbestand auf 2,2 Milliarden Dollar.
Ein großer Treiber für das Jahresende ist die neue Neutron-Rakete. Ihr Erstflug ist für das vierte Quartal geplant. Das Management hat bereits fünf kommerzielle Verträge für diesen Träger unterschrieben, noch bevor die Rakete überhaupt geflogen ist.
Aufstieg in die erste Liga
An der Börse honorieren Investoren das rasante Wachstum. Die Aktie legte auf Jahressicht um 280 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung kratzt mittlerweile an der Marke von 60 Milliarden Dollar.
Einige Analysten mahnen zur Vorsicht. Bewertungsmodelle sehen das Papier fast 30 Prozent über dem fairen Wert. Die Kehrseite des Wachstums: tiefe rote Zahlen. Der operative Verlust lag über die vergangenen zwölf Monate bei 226 Millionen Dollar.
Am 22. Juni folgt der nächste Ritterschlag. Rocket Lab rückt in den Nasdaq-100 auf. Dieser Schritt zwingt Indexfonds zum Kauf und dürfte die Nachfrage institutioneller Investoren spürbar ankurbeln.
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