Rocket Lab USA hat im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 234,1 Millionen US-Dollar erzielt, was einem Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Trotz dieser starken operativen Entwicklung reagierten Anleger zuletzt mit einer gewissen Zurückhaltung auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen.
Im Fokus stehen dabei eine Anpassung des Zeitplans für die neue Neutron-Trägerrakete sowie eine Prognose für die Bruttomarge, die hinter den Erwartungen einiger Analysten zurückblieb.
Rekordauftragsbestand trifft auf Zeitplan-Anpassung
Zentrales Element der jüngsten Unternehmensmeldung ist der Auftragsbestand, der zum Ende des zweiten Quartals einen Höchststand von 2,36 Milliarden US-Dollar erreichte. Seit dem Stichtag am 30. Juni konnte Rocket Lab zudem bereits neue Aufträge im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar verbuchen. Diese Dynamik unterstreicht die wachsende Rolle des Unternehmens sowohl im Bereich der Startdienstleistungen als auch bei den Weltraum-Systemen.
Dem gegenüber steht eine terminliche Verschiebung beim Prestigeprojekt Neutron. Das Management gab bekannt, dass die Rakete nun voraussichtlich im vierten Quartal 2026 die Startrampe erreichen wird. Zuvor war am Markt mit einem möglichen Erststart noch im laufenden Jahr gerechnet worden.
Wie Reuters berichtet, hat diese neue Einschätzung das Vertrauen in eine Mission noch vor dem Jahreswechsel gemindert. Bloomberg weist zudem darauf hin, dass das Risiko für eine Verschiebung des Erstflugs bis in das Jahr 2027 deutlich gestiegen sei.
Milliardenschwere Aufträge der U.S. Space Force
Ein wesentlicher Teil der neuen Kontrakte stammt aus der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen. Am 4. August sicherte sich das Unternehmen einen Vertrag der U.S. Space Force über 397 Millionen US-Dollar im Rahmen des sogenannten SB-AMTI-Programms. Hierbei übernimmt Rocket Lab die Entwicklung, den Start und den Betrieb mehrerer Satelliten, die mit speziellen Sensoren und Kommunikationsverbindungen ausgestattet sind.
Ergänzt wird dieser Erfolg durch eine bereits am 27. Juli gemeldete Vereinbarung über 266 Millionen US-Dollar für bis zu 18 suborbitale Starts. Zu Wochenbeginn verkündete das Unternehmen zudem einen Startvertrag mit Kepler Communications. Die Mission, die eine dedizierte Neutron-Rakete nutzt, soll frühestens im Jahr 2028 vom Launch Complex 3 in Virginia abheben.
Finanzieller Ausblick und Margendruck
Für das dritte Quartal 2026 stellt Rocket Lab einen Umsatz zwischen 250 Millionen und 265 Millionen US-Dollar in Aussicht. Medienberichten zufolge sorgte jedoch die Prognose für die Bruttomarge, die für diesen Zeitraum bei 29 bis 31 Prozent erwartet wird, für Verstimmung. Diese Werte lagen unter den Prognosen der Analysten und trugen maßgeblich zur Kursreaktion bei.
Die finanzielle Basis des Unternehmens ist derweil durch Kapitalmaßnahmen im Bereich der Wandelanleihen und Aktienemissionen gestärkt worden. Zum 30. Juni verfügte Rocket Lab über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere in Höhe von 2,39 Milliarden US-Dollar.
Am gestrigen Mittwoch schloss das Papier im US-Handel bei 81,17 US-Dollar, was einem Anstieg von 1,5 Prozent entspricht. Damit notiert die Aktie aktuell 1,2 Prozent über ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt.
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