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Rocket Lab: 11,4 Milliarden Dollar trotz Kursrutsch

Rocket Lab erhält Aufstockung des Space-Force-Rahmenvertrags, der Aktienkurs fällt dennoch auf ein Drei-Monats-Tief. Analysten sehen Aufholpotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Space-Force-Auftrag auf 17 Milliarden Dollar erhöht
  • Aktie fällt auf tiefsten Stand seit drei Monaten
  • RSI signalisiert überverkaufte Aktie
  • Neutron-Rakete besteht wichtigen Triebwerkstest

Die US Space Force erhöht das Auftragsvolumen für Rocket Lab und sechs weitere Raumfahrtfirmen um 11,4 Milliarden Dollar. Der Kurs reagiert trotzdem mit einem weiteren Rückgang. Diese Diskrepanz zeigt, wie stark der Abwärtsdruck bei der Aktie derzeit ist.

Rocket Lab schloss am Montag bei 65,74 Dollar, ein Minus von 2,78 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Verlust von 16,58 Prozent zu Buche, über einen Monat summiert sich der Rückgang auf 34,45 Prozent. Der Kurs fiel damit auf den niedrigsten Stand seit fast drei Monaten – trotz der positiven Vertragsnachricht.

Space Force erweitert Auftragsrahmen deutlich

Das US-Verteidigungsministerium hat die Verträge für die „National Security Space Launch Phase Three Lane One“ aufgestockt. Neben Rocket Lab profitieren United Launch Services, Blue Origin, SpaceX, Stoke Space Technologies, Impulse Space und Relativity Federal von der Erweiterung. Der Gesamtwert der Rahmenverträge steigt von 5,6 Milliarden auf 17 Milliarden Dollar.

Ort und Zeitpunkt der einzelnen Starts legt das Ministerium erst auf Ebene der konkreten Einzelaufträge fest. Zum Zeitpunkt der Vergabe fließt noch kein Geld. Genau diese Unschärfe dürfte mit erklären, warum der Markt die Nachricht kaum honoriert hat.

Privatanleger sahen die Lage differenzierter als der breite Markt. Viele bewerteten das aktuelle Kursniveau als möglichen Einstiegspunkt.

Technische Indikatoren zeigen überverkaufte Aktie

Der 14-Tage-RSI liegt bei 29,1 Punkten und signalisiert damit eine überverkaufte Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 96,39 Prozent unterstreicht, wie heftig die Kursausschläge derzeit ausfallen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 151 Dollar aus dem Mai trennen die Aktie mittlerweile 56,46 Prozent.

Der Ausverkauf trifft nicht nur Rocket Lab allein. Sorgen um Schuldenverwässerung haben zuletzt eine sektorweite Abwärtsbewegung ausgelöst, die auch auf Raumfahrt-ETFs durchschlug.

Neutron-Rakete macht technische Fortschritte

Während die Aktie schwächelt, kommt das Unternehmen bei seiner nächsten Raketengeneration voran. Rocket Lab hat einen Heißstart-Test des Archimedes-Vakuumtriebwerks abgeschlossen. Das Unternehmen bezeichnet diesen Test als entscheidenden Schritt für den ersten Neutron-Flug, der für Ende 2026 geplant ist.

Analysten bleiben trotz des Kursrutsches mehrheitlich optimistisch. 16 Analysten kommen im Schnitt auf ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 116,57 Dollar auf Zwölfmonatssicht – ein Aufwärtspotenzial von 76,65 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Eine separate Erhebung von 17 Analysten kommt auf ein Kursziel von 114,33 Dollar, was einem Potenzial von knapp 73 Prozent entspricht.

Zwischen operativer Entwicklung und Kursverlauf klafft damit eine deutliche Lücke. Auf der einen Seite stehen der erweiterte Space-Force-Auftrag und die Fortschritte bei Neutron. Auf der anderen Seite ein Kurs, der tief im überverkauften Bereich notiert.

Am Markt gehen die Meinungen auseinander, ob der Rückgang eine überzogene Rotation aus dem Sektor darstellt oder eine echte Neubewertung nach der angekündigten Iridium-Übernahme widerspiegelt. Die kommenden Wochen bis zum geplanten Neutron-Erstflug Ende 2026 dürften zeigen, in welche Richtung sich diese Lücke schließt.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.