Ontario steckt erneut Geld in Rock Tech Lithium. Das kanadisch-deutsche Unternehmen erhält 262.500 kanadische Dollar aus dem Critical Minerals Innovation Fund — und rückt gleichzeitig einem entscheidenden Meilenstein für seinen Red Rock Converter näher. Die Aktie zeigt sich davon bislang unbeeindruckt.
Tallöl statt teurer Chemikalien
Die neue Förderung gilt einem ungewöhnlichen Ansatz: Rock Tech will rohes Tallöl — ein Nebenprodukt der Zellstoff- und Papierindustrie — als Flotationsreagenz in der Lithiumverarbeitung einsetzen. Der Vorteil: niedrigere Kosten, geringere Emissionen. Ontario erhofft sich davon sauberere Batterielieferketten und zusätzliche Nachfrage für den heimischen Forstsektor.
Es ist bereits die zweite CMIF-Förderung innerhalb eines Jahres. Die erste Runde finanzierte Sortiertests am Georgia-Lake-Projekt. Die Ergebnisse waren konkret: UV-Laser- und XRT-Sortierung entfernte 25 bis 45 Prozent des Abraums und reicherte das Erz um den Faktor 1,4 bis 1,8 an. Das könnte die künftigen Investitionskosten für Brecher und Konzentrator um bis zu 50 Prozent senken.
Red Rock: Zeitplan steht
Das eigentliche Gewicht liegt auf dem Red Rock Converter. Die Machbarkeitsstudie soll im August 2026 vergeben und bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Fällt die finale Investitionsentscheidung wie geplant im ersten Quartal 2027, könnte Rock Tech rund 18 Monate später die erste Lithiumproduktion in Ontario aufnehmen.
Die Partnerbasis ist bereits aufgestellt. Siemens Canada ist an Bord. BMI Group fungiert als Ankeraktionär mit einer Zusage von 200 Millionen kanadischen Dollar und ist zudem Grundstückseigentümer. Ferner planen die Partner ein nicht-verwässerndes Finanzierungsprogramm von bis zu 30 Millionen kanadischen Dollar — für Ingenieurleistungen, Genehmigungen und erste Standortarbeiten vor der Investitionsentscheidung.
Parallel dazu plant Rock Tech für den Sommer 2026 ein Bohrprogramm am Georgia-Lake-Projekt. Ziel ist ein spürbarer Zuwachs bei den abgeleiteten Ressourcen.
Guben wartet auf bessere Bedingungen
Das Konverterwerk im brandenburgischen Guben ist vollständig genehmigt und hat den Status eines strategischen Projekts nach dem EU-Rohstoffgesetz. Gebaut wird es trotzdem erst dann, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: ein wettbewerbsfähiger Energiepreis und substanzielle Unterstützung vom Bund. Rock Tech plant, Guben über ein GP/LP-Modell zu strukturieren — das Unternehmen als Betreiber, strategische und finanzielle Partner als Kapitalgeber. Gespräche laufen bereits.
Kurs unter Druck, Jahresgewinn hält
Die Aktie notiert bei 0,55 Euro und liegt damit rund 30 Prozent unter dem Jahreshoch von 0,79 Euro, das Ende Januar erreicht wurde. In den vergangenen 30 Tagen verlor der Kurs neun Prozent. Der Jahresgewinn von gut 16 Prozent zeigt, dass das erste Quartal besser lief als die jüngsten Wochen. Mit einem RSI von 43,8 ist die Aktie weder überkauft noch überverkauft — das technische Bild bleibt neutral.
Der nächste klare Katalysator ist der DFS-Auftrag für Red Rock im August 2026. Bis dahin dürfte der Kurs vor allem auf Neuigkeiten aus dem Bohrprogramm und den laufenden Partnergesprächen reagieren.
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