Der Bergbaugigant Rio Tinto treibt den Aufbau seiner Batteriemetall-Sparte voran, stößt dabei aber auf unterschiedliche Realitäten. Während das Vorzeigeprojekt in Argentinien mit einer frischen Milliardenfinanzierung den ersten kommerziellen Meilenstein feiert, zwingen steigende Kosten in Kanada zu einem Strategiewechsel. Dieser Spagat zeigt die aktuellen operativen Herausforderungen beim Aufbau einer globalen Lieferkette für die Energiewende.
Meilenstein in Argentinien
In der argentinischen Provinz Salta hat das Unternehmen soeben die erste kommerzielle Lieferung von Lithiumcarbonat aus dem Rincon-Projekt auf den Weg gebracht. Passend dazu sicherte sich der Konzern ein Finanzierungspaket über 1,175 Milliarden US-Dollar von vier internationalen Kreditgebern, darunter die Weltbank-Tochter IFC. Die Mittel fließen direkt in den 2,5 Milliarden Dollar schweren Ausbau der Anlage.
Geplant ist eine anfängliche Produktion von 3.000 Tonnen, die bis 2028 auf 57.000 Tonnen hochgefahren werden soll. Nach dem Aus für das Jadar-Projekt in Serbien im vergangenen November ruhen die Hoffnungen des Managements nun auf dieser Mine mit ihrer prognostizierten Lebensdauer von 40 Jahren.
Kostenbremse in Kanada
Ganz anders stellt sich die Lage im kanadischen Québec dar. Wegen stark steigender Ausgaben drosselt Rio Tinto das Tempo beim Bau der Nemaska-Lithiumverarbeitungsanlage deutlich. Obwohl das Engineering für den Standort Bécancour abgeschlossen und der Bau zu über 70 Prozent fortgeschritten ist, wird die Vertragsbelegschaft vorerst halbiert. Das Projektteam nutzt die Zeit, um die ursprünglich auf 2,2 Milliarden Dollar veranschlagten Kapitalkosten neu zu kalkulieren und Prozesse zu optimieren.
Dennoch bekennt sich das Management klar zum Standort. Für das laufende Jahr 2026 plant Rio Tinto Investitionen von über 300 Millionen Dollar in das dortige Lithiumgeschäft. Sobald die Optimierungsarbeiten abgeschlossen sind, soll der Bau wieder hochgefahren werden.
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Starke Zahlen stützen Expansion
Finanziell ist der Bergbaukonzern für diese zweigleisige Strategie bestens gerüstet. Ein starkes operatives Geschäft bescherte Rio Tinto zuletzt einen Anstieg des bereinigten EBITDA um neun Prozent auf 25,4 Milliarden Dollar. Treiber waren vor allem Rekordproduktionen beim Eisenerz und ein Zuwachs beim Kupfer. Diese solide Basis spiegelt sich auch am Kapitalmarkt wider: Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet das Papier ein Plus von knapp 33 Prozent und notiert aktuell bei rund 78 Euro.
Die prall gefüllte Kasse erklärt auch das gestiegene Selbstbewusstsein bei Übernahmen. Erst im Februar ließ Rio Tinto Gespräche über eine 240 Milliarden Dollar schwere Mega-Fusion mit Glencore platzen, da man sich bei der Bewertung nicht einig wurde. Das Management setzt stattdessen auf organisches Wachstum im Kupferbereich.
Die nächste strategische Weichenstellung für das Lithium-Geschäft steht bereits fest im Kalender. In der zweiten Jahreshälfte 2026 wird Rio Tinto entscheiden, aus welcher Mine die Anlage in Bécancour künftig mit Spodumen versorgt wird. Zur Auswahl stehen das Nemaska-eigene Whabouchi-Projekt und die vollständig zu Rio Tinto gehörende Galaxy-Mine. Diese Entscheidung wird maßgeblich bestimmen, wie profitabel der Konzern seine nordamerikanische Lieferkette nach der Arcadium-Übernahme strukturieren kann.
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