Rio Tinto steht vor einer dichten Abfolge von Ereignissen, die das Bild für das laufende Jahr schärfen werden. Am 21. April folgt der Produktionsbericht für das erste Quartal 2026 — und bis Juni sollen verbindliche Gebote für das Bor-Geschäft in Kalifornien eingehen. Zwei Termine, die zeigen, ob die Neuausrichtung des Konzerns Substanz hat.
Milliarden-Verkauf in der Mojave-Wüste
Mehr als ein Dutzend Interessenten soll sich um Rio Tintos US-Bor-Sparte bewerben. Darunter WE Soda, Magris Resources und US Silica Holdings. Der Kaufpreis könnte bis zu zwei Milliarden Dollar erreichen.
Das Geschäft umfasst eine Mine in der Mojave-Wüste, eine Raffinerie am Hafen von Los Angeles und eine weitere Abbauanlage nahe der Sierra Nevada. Zusammen decken diese Anlagen rund ein Drittel der weltweiten Nachfrage nach raffiniertem Bor. Das Mineral stabilisiert Permanentmagnete in Elektromotoren und Generatoren — ein Faktor, der dem Verkaufsprozess politischen Rückenwind gibt. Die Trump-Regierung treibt die heimische Förderung kritischer Rohstoffe aktiv voran.
Der große Plan: 5 bis 10 Milliarden Dollar
Der Bor-Verkauf ist nur ein Baustein. CEO Simon Trott hat angekündigt, durch Veräußerungen und Effizienzgewinne insgesamt fünf bis zehn Milliarden Dollar freizusetzen. Das Kapital soll in die vier Kernbereiche fließen: Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Lithium.
Am 16. April schüttet Rio Tinto die Schlussdividende für 2025 aus — 6,5 Milliarden Dollar, umgerechnet 254 US-Cent je Aktie. Deutsche Anleger, die über die Frankfurter Börse investiert sind, profitieren dabei von einer Aktie, die seit Jahresbeginn bereits gut 50 Prozent zugelegt hat und aktuell mit 104,10 Euro auf einem neuen 52-Wochen-Hoch notiert.
Kupfer wächst, Eisenerz bleibt unter Druck
Für 2026 plant Rio Tinto eine Kupferproduktion zwischen 800.000 und 870.000 Tonnen. Das langfristige Ziel lautet: eine Million Tonnen jährlich bis 2030. Kupfer soll den Konzern schrittweise aus der Abhängigkeit vom Eisenerz lösen.
Diese Abhängigkeit ist real. Eisenerz steuert mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes bei, China nimmt rund 60 Prozent der Gesamtverkäufe ab. Hohe Lagerbestände in chinesischen Häfen und eine schwache Immobiliennachfrage drücken die Preise. Der Gesamtumsatz 2025 stieg zwar um gut sieben Prozent auf 57,6 Milliarden Dollar — der Gewinn fiel jedoch um fast 14 Prozent auf 9,97 Milliarden Dollar.
Einen unerwarteten Ausgleich liefern die neuen US-Zölle: Ein 50-prozentiger Aufschlag auf russisches Aluminium macht es für Rio Tintos kanadische Schmelzwerke günstiger, Metall von US-Wettbewerbern zu kaufen und an amerikanische Kunden weiterzuverkaufen. Ein kleiner, aber konkreter Vorteil in einem schwierigen Marktumfeld.
Der Quartalsbericht am 21. April wird zeigen, wie viel von der angekündigten Transformation bereits in den Produktionszahlen sichtbar wird — und ob das Simandou-Eisenerz-Projekt in Guinea seinen Zeitplan hält.
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