Rio Tinto verkauft Schiffe. Das klingt nach einer Randnotiz — ist es aber nicht.
Der Bergbauriese hat zwei seiner größten Massengutfrachter an chinesische Käufer abgegeben. Der Deal überrascht die Branche, weil Rio Tinto schlicht nicht als Verkäufer auftritt. Das Unternehmen ordert Schiffe für den eigenen Betrieb — und behält sie.
Ein ungewöhnlicher Verkäufer
Die beiden Schwesterschiffe RTM Cartier und RTM Zheng gehören zur sogenannten Newcastlemax-Klasse. Jedes Schiff fasst rund 205.000 Tonnen Tragfähigkeit. Beide laufen seit 2012 unter der RTM-Flagge.
Der Verkaufspreis liegt bei 90 Millionen US-Dollar für das Paar. Das klingt nach einem fairen Marktpreis — ist aber tatsächlich ein Gewinn. Rio Tinto hatte die Schiffe 2010 als Teil einer Acht-Schiff-Bestellung zu je rund 62,5 Millionen Dollar geordert. Über ihre Lebensdauer haben sie offenbar erhebliche Erträge erwirtschaftet.
Was der Deal verrät
Rio Tinto betreibt laut VesselsValue aktuell 17 eigene Schiffe, darunter acht Newcastlemaxes. Die Flotte ist das logistische Rückgrat des Eisenerzgeschäfts: Pilbara-Erz aus Westaustralien gelangt über diese Schiffe in die Stahlwerke Asiens.
Genau deshalb ist jede Flottenentscheidung strategisch bedeutsam. Der Verkauf zweier Großfrachter wirft die Frage auf, ob Rio Tinto seine Eigenlogistik langfristig verschlankt — oder ob es sich um eine einmalige Gelegenheit handelt, ältere Tonnage zu attraktiven Preisen abzustoßen.
Die chinesischen Käufer zeigen jedenfalls Appetit. Trotz eines insgesamt verhaltenen Marktumfelds mit wenigen Abschlüssen in dieser Woche fand der Deal schnell Abnehmer.
Investitionen auf der anderen Seite
Auf der Infrastrukturseite investiert Rio Tinto weiter. Im kanadischen Kitimat hat das Unternehmen gerade ein neues Aluminiumoxid-Förderband in Betrieb genommen — Teil eines rund 135 Millionen kanadischen Dollar teuren Projekts. Das 1,1 Kilometer lange System transportiert künftig rund 800.000 Tonnen Aluminiumoxid pro Jahr.
Das operative Geschäft läuft stark. Rio Tinto steigerte die Kupferäquivalentproduktion um acht Prozent, das EBITDA kletterte auf 25,4 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow erreichte 16,8 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen hat also keinen Liquiditätsdruck. Der Schiffsverkauf ist kein Notnagel — sondern ein bewusster Schritt, der die Branche noch eine Weile beschäftigen wird.
Rio Tinto-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rio Tinto-Analyse vom 20. April liefert die Antwort:
Die neusten Rio Tinto-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rio Tinto-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rio Tinto: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
