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Rigetti Aktie: 8-Prozent-Crash durch Ölpreisschock

Rigetti Computing erholt sich von Kursverlusten, die durch den Ölpreisschock ausgelöst wurden. Die Aktie bleibt jedoch stark von geopolitischen Risiken abhängig.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurserholung nach Ölpreis-Schock
  • Geopolitische Lage belastet Tech-Werte
  • Fehlende Gewinne als Risikofaktor
  • Hohe Volatilität bleibt bestehen

Rigetti Computing erholt sich am Dienstag von einem brutalen Ausverkauf. Der Auslöser lag nicht im Unternehmen selbst, sondern tausende Kilometer entfernt: in der Straße von Hormus.

Die Aktie steigt um 3,26 Prozent auf 13,86 Euro. Am Montag war der Titel noch auf 13,42 Euro abgestürzt. Der Grund für den Absturz war ein Ölpreisschock, der die gesamte Tech-Branche erschütterte.

Der Nahost-Konflikt trifft Quantencomputer

Am Montag brach der Ölpreis für Brent-Rohöl um 9,6 Prozent auf 83,30 Dollar pro Barrel nach oben aus. Grund waren neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der Nasdaq 100 reagierte mit einem Rückgang von 1,88 Prozent, der ETF QQQ verlor zeitweise sogar 1,48 Prozent.

Quantencomputer-Aktien traf es besonders hart. Rigetti und der Konkurrent D-Wave Quantum verloren am Montag jeweils rund 8 Prozent. Auch IonQ und Quantum Computing Inc. gerieten unter Druck, obwohl keines der Unternehmen eigene schlechte Nachrichten veröffentlicht hatte.

Der Ausverkauf traf spekulative Wachstumswerte generell. Rigetti gilt als besonders anfällig für Stimmungsschwankungen am Markt und zählte deshalb zu den größten Verlierern im Sektor.

Dienstag bestätigt: Reine Stimmungssache

Am Dienstag normalisierte sich die Lage bereits wieder. Nach Angaben von TipRanks kletterte die Rigetti-Aktie um 2,3 Prozent, nachdem sie zuvor um 7,1 Prozent gefallen war. Diese synchrone Bewegung deutet auf einen breiteren Rückzug aus spekulativen Tech-Werten hin, nicht auf negative Nachrichten zum Quantencomputing selbst.

Das zeigt: Rigettis Kurs hängt derzeit stärker an der allgemeinen Risikobereitschaft der Märkte als an eigenen Geschäftszahlen. Ein Problem kommt hinzu. Rigetti weist einen Gewinn je Aktie von minus 0,89 Dollar aus. Wie der Rest der reinen Quantencomputer-Werte hat das Unternehmen keinen Gewinn-Anker, der in stürmischen Marktphasen Halt geben könnte. Werden Anleger vorsichtiger, verkaufen sie zuerst Aktien ohne Gewinnhistorie und mit dreistelligen Bewertungsmultiplikatoren.

Die Bewertung bleibt die eigentliche Schwachstelle

Trotz der Erholung am Dienstag steht die Aktie für das laufende Jahr weiterhin tief im Minus. Der Kurs liegt 31,41 Prozent unter dem Jahresanfangswert und 72,45 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 50,30 Euro aus dem Oktober 2025. Zum 52-Wochen-Tief von 11,00 Euro, aufgestellt Ende März, besteht dagegen noch ein Abstand von rund 26 Prozent.

Sowohl der 50-Tage-Durchschnitt von 17,66 Euro als auch der 200-Tage-Durchschnitt von 20,22 Euro liegen deutlich über dem aktuellen Kurs. Das zeigt, wie stark der jüngste Abwärtstrend ausgefallen ist. Der 14-Tage-RSI von 36,3 signalisiert nach Wochen des Verkaufsdrucks eine überverkaufte Marktlage.

Analysten weisen darauf hin, dass Rigettis Bewertung kaum Spielraum für Enttäuschungen lässt. Trotz der massiven Kursgewinne im vergangenen Jahr meldete das Unternehmen zuletzt sinkende Jahresumsätze. Das wirft für Investoren eine unangenehme Frage auf: Lässt sich die aktuelle Bewertung ohne einen deutlichen Schub bei der kommerziellen Nutzung überhaupt rechtfertigen?

Der Markt zeigt sich insgesamt weniger nachsichtig mit spekulativen Wachstumsgeschichten. Anleger richten ihren Blick zunehmend weg von Förderprogrammen und technologischen Meilensteinen. Stattdessen rücken Profitabilität und reale Umsatzentwicklung in den Vordergrund. Die Folge: Eine schnelle Neubewertung trifft gerade die aggressivsten Bewertungsmodelle der Tech-Branche.

Volatilität bleibt das bestimmende Thema

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 83,49 Prozent zählt Rigetti weiterhin zu den unruhigsten Werten im Nasdaq-Technologiesegment. Die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet 4,82 Milliarden Euro. Kurzfristig dürfte der Kurs weniger von eigenen Unternehmensmeldungen abhängen als von der Ölpreisentwicklung und der geopolitischen Lage im Nahen Osten.

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Diskussion zu Rigetti

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.