Morgens noch ein Kauf, abends plötzlich ein Haltekandidat. JPMorgan hat bei Rheinmetall eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen, nachdem Analyst David Perry sein Kursziel drastisch senkte. Die Aktie reagiert prompt und fällt auf ein neues Jahrestief.
Am Freitag rutschte das Papier um weitere 4,39 Prozent ab. Der Kurs von 1.290 Euro markiert exakt das neue 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust für Anleger damit auf rund ein Fünftel.
Zweifel am Wachstumskurs
Die US-Bank strich am späten Donnerstagabend die Kaufempfehlung und stufte den Rüstungskonzern auf eine neutrale Gewichtung ab. Das neue Kursziel liegt bei 1.500 Euro, nachdem zuvor noch 2.130 Euro aufgerufen wurden. Verfehlte Erwartungen lösten diesen harten Schnitt aus.
Rheinmetall blieb beim Umsatz zuletzt hinter den Prognosen zurück. Laut Perry verfehlte der Konzern mehrfach die Markterwartungen, weshalb er nun eher mit sinkenden Gewinnschätzungen rechnet. Seine eigenen Prognosen für die kommenden Jahre kappte der Experte um bis zu fünf Prozent. Die ehrgeizigen Wachstumsambitionen des Konzerns lassen sich kurzfristig offenbar schwer erfüllen.
Hinzu kommt: Einige Investoren zweifeln laut JPMorgan am aktuellen Produktportfolio der Düsseldorfer. Perry teilt diese Sorgen zwar nicht direkt. Sie könnten eine Neubewertung der Aktie aber vorerst blockieren. Die Folge: anhaltender Verkaufsdruck.
Konkurrenz bleibt optimistisch
Andere Analysehäuser bewerten die Lage wesentlich positiver. Jefferies rät nach den jüngsten Quartalszahlen weiterhin zum Kauf und belässt das Kursziel bei 2.220 Euro. Auch Bernstein Research bestätigt die Einstufung mit einem Ziel von 2.050 Euro.
Die jüngsten Geschäftszahlen lieferten ein gemischtes Bild. Vor Steuern stieg das Ergebnis auf 160 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 141 Millionen Euro verbucht wurden. Der Gewinn wuchs damit überproportional stark. Beim Umsatz blieb Rheinmetall jedoch hinter den Prognosen zurück. Das schürte erste Zweifel am Markt.
Hauptversammlung im Fokus
Am 12. Mai blicken Aktionäre auf die anstehende Hauptversammlung. Dort steht eine deutlich höhere Dividende zur Abstimmung. Der Vorstand hat eine Ausschüttung von 11,50 Euro je Aktie vorgeschlagen. Das Management zeigt damit, dass es an starke Mittelzuflüsse glaubt.
Am Dienstag entscheiden die Anteilseigner über diese Gewinnverwendung. Für die Aktie bleibt das charttechnische Bild parallel dazu extrem angespannt. Der Kurs notiert aktuell mehr als 22 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Bricht die Unterstützung am aktuellen Jahrestief, drohen unmittelbar weitere Abgaben.
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