Startseite » DAX » Rheinmetall Aktie: Wolframstopp ab 27. August

Rheinmetall Aktie: Wolframstopp ab 27. August

US-Exportstopp für Wolframschrott zwingt Rheinmetall zur Suche nach alternativen Lieferquellen. Die Aktie verliert trotz Radar-Erfolg an Wert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Exportstopp für Wolframschrott ab August
  • Rheinmetall sucht alternative Rohstoffquellen
  • Kanadische Lieferanten rücken in den Fokus
  • Aktie notiert 41 Prozent unter Jahreshoch

Rheinmetall gerät von zwei Seiten unter Druck: Am Mittwoch verlor die Aktie trotz eines Fortschritts bei der Radartechnik Skymaster 2,6 Prozent und schloss bei 1.180,00 Euro. Nun kommt ein strukturelles Problem hinzu, das über den Tagescharme hinausreicht – der Rohstoffnachschub für die Rüstungsproduktion.

Die USA blockieren ab dem 27. August für ein Jahr den Export von Wolframschrott. Wolfram ist ein Schlüsselmetall für Treibladungsmodule, wie sie in der Munitionsfertigung eingesetzt werden. Rheinmetall baut derzeit in Aschau eine neue Pulverfabrik mit einer Kapazität von mehr als einer Million solcher Module – ein Projekt, das auf verlässliche Rohstoffversorgung angewiesen ist.

Alternative Bezugsquellen rücken in den Fokus

Als möglicher Ausweg gilt der kanadische Wolframproduzent Almonty, der Anfang Juli die Produktion am südkoreanischen Standort Sangdong aufgenommen hat.

Der österreichische Hartmetallhersteller Plansee hat seinen Abnahmevertrag mit Almonty bereits um 21 Jahre verlängert – ein Signal dafür, dass sich die Branche auf eine langfristige Diversifizierung weg von US-Wolframschrott einstellt. Zusätzlich fördert Kanada das Sisson-Projekt in New Brunswick, an dem auch Adelayde Exploration mit einer Fläche von knapp 9.780 Acres beteiligt ist.

Für Rheinmetall bedeutet der US-Exportstopp keine unmittelbare Produktionsgefahr, wohl aber einen zusätzlichen Beschaffungsaufwand. Die Aschau-Fabrik ist auf hohe Stückzahlen ausgelegt, und jede Verzögerung bei der Materialzufuhr könnte den geplanten Kapazitätsaufbau verlangsamen.

Anleger dürften die Entwicklung der alternativen Lieferketten in den kommenden Monaten genau beobachten, zumal Rüstungsunternehmen ohnehin unter verschärfter geopolitischer Beobachtung stehen.

Charttechnisches Bild bleibt angespannt

Der Kursrückgang vom Mittwoch reiht sich in eine seit Monaten schwierige Phase ein. Die Aktie notiert 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das sie am 3. Oktober 2025 erreicht hatte.

Zugleich lässt der Kursverlauf der vergangenen Woche mit einem Plus von 0,5 Prozent kaum Rückschlüsse auf eine klare Richtung zu – die Aktie bewegt sich seitwärts, während im Hintergrund neue Belastungsfaktoren wie der Wolfram-Exportstopp auftauchen.

Die Gemengelage bleibt für Rheinmetall-Anleger unübersichtlich: Auf der einen Seite stehen technologische Fortschritte wie die Skymaster-Radartechnik, auf der anderen Seite wachsende Unsicherheit bei kritischen Rohstoffen.

Wie schnell sich alternative Lieferketten über Almonty, Plansee und kanadische Projekte tatsächlich etablieren lassen, dürfte mitentscheidend dafür sein, ob die Aschau-Fabrik ihr volles Produktionspotenzial zeitnah ausschöpfen kann.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rheinmetall

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.