Rekordumsatz, Rekordmarge, Rekordauftragsbestand – und trotzdem ein deutlicher Kursrückgang. Rheinmetalls Jahreszahlen für 2025 sind objektiv stark, doch der Ausblick auf 2026 verfehlte die Erwartungen der Analysten. Das zeigt, wie hoch die Messlatte für den Düsseldorfer Rüstungskonzern inzwischen liegt.
Wenn gute Zahlen nicht gut genug sind
Das operative Ergebnis kletterte 2025 auf ein Rekordniveau von 1,84 Milliarden Euro, die Marge verbesserte sich auf 18,5 Prozent. Auch der operative freie Cashflow legte auf 1,22 Milliarden Euro zu. Für 2026 stellt das Management ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht.
Das klingt beeindruckend – reichte dem Markt aber nicht. Bloomberg-Analysten hatten im Schnitt mit rund 15 Milliarden Euro Jahresumsatz gerechnet. Diese Lücke genügte, um die Aktie gestern um 6,6 Prozent auf 1.544 Euro zu drücken. Heute erholt sich der Kurs auf rund 1.569 Euro, liegt damit aber noch immer deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.734 Euro.
Jefferies-Analystin Chloe Lemarie verwies auf Wachstumsschmerzen und einen Ergebnisausblick unterhalb der Markterwartung. Berenberg-Analyst George McWhirter betonte dagegen die starken mittelfristigen Perspektiven. Der Dissens spiegelt die Lage treffend wider: Das Fundament ist solide, die Bewertung nach einem Kursanstieg von rund 540 Prozent in drei Jahren aber entsprechend anspruchsvoll.
Strategischer Umbau und volle Auftragsbücher
Neben den Zahlen vollzieht Rheinmetall einen tiefgreifenden strukturellen Wandel. Mit dem Abschluss der NVL-Übernahme am 27. Februar 2026 steigt das Unternehmen in die Marinerüstung ein – neun Produktionsstandorte und rund 2.100 Mitarbeiter kommen hinzu. Rheinmetall kann künftig komplette Kriegsschiffe als Generalunternehmer liefern, von Korvetten bis Fregatten. Die Akquisition fügt dem Auftragsbestand sofort 5 bis 6 Milliarden Euro hinzu; allein die deutschen Marineprogramme F126 und F127 könnten 2026 rund 12 Milliarden Euro an Aufträgen generieren.
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Der Gesamtauftragsbestand stieg bereits 2025 um 36 Prozent auf 63,8 Milliarden Euro – mehr als sechs Jahresumsätze. Das Management erwartet, diesen Wert 2026 auf über 135 Milliarden Euro mehr als zu verdoppeln, gestützt durch Deutschlands 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr, das europäische SAFE-Programm sowie steigende NATO-Verteidigungsausgaben.
Dividende als positives Signal
Ein klares Plus für Aktionäre: Zur Hauptversammlung am 12. Mai 2026 schlägt das Management eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie vor, nach 8,10 Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von rund 42 Prozent und übertraf die Analystenerwartungen deutlich.
Der strukturelle Wachstumspfad bleibt intakt, und die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Entscheidend wird nun sein, ob Rheinmetall den enormen Auftragsbestand zügig in Umsatz und Ergebnis ummünzen kann – denn genau daran werden Anleger das Management künftig messen.
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