Rheinmetall baut sein Geschäft mit unbemannten Systemen aus. Der Rüstungskonzern plant den Bau einer neuen Schwerlastdrohne. Dafür hat das Unternehmen am Mittwoch eine Absichtserklärung mit ERC System und dem Land Nordrhein-Westfalen unterzeichnet. An der Börse kommt die Nachricht gut an.
Die Victor U250
Die geplante Victor U250 ist eine hybrid-elektrische Frachtdrohne. Sie startet senkrecht und erreicht ein Tempo von 250 km/h. Das Fluggerät soll bis zu 250 Kilogramm Nutzlast über 300 Kilometer weit transportieren.
Rheinmetall bringt seine Erfahrung als Luftfahrtorganisation in das Projekt ein. Das Partnerunternehmen ERC System entwickelt die Technologie. Nordrhein-Westfalen hilft bei Fördermitteln und Genehmigungen. Laufen die Pläne nach Maß, entstehen bis 2029 hunderte neue Arbeitsplätze.
Strategie statt Großauftrag
Die Vereinbarung bringt kurzfristig keine neuen Umsätze. Ein konkreter Kundenauftrag fehlt bisher. Auch ein verbindlicher Produktionsstart steht noch nicht fest.
Rheinmetall positioniert sich damit frühzeitig in einem Wachstumsmarkt. Drohnen für Militär, Katastrophenschutz und Logistik werden immer wichtiger. Der Konzern will nicht nur Bauteile liefern. Das Ziel: eine komplette lokale Produktionskette in NRW.
Aktie erholt sich leicht
Anleger reagieren positiv auf die Pläne. Die Rheinmetall-Aktie klettert heute um 3,78 Prozent auf 1.239,40 Euro. Damit löst sich der Kurs spürbar vom jüngsten 52-Wochen-Tief.
Ein echter Aufwärtstrend ist das allerdings nicht. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 22,61 Prozent auf der Anzeigetafel. Die wichtige 200-Tage-Linie bei 1.607,60 Euro bleibt noch weit entfernt.
Operativ liefert das Unternehmen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf knapp 1,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte 224 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt das Management eine operative Marge von rund 19 Prozent an.
Die Drohnen-Allianz stärkt das Portfolio für künftige Logistik-Missionen. Damit sich der Kurs nachhaltig erholt, reicht eine Absichtserklärung allein nicht aus. Der Markt wartet nun auf verbindliche Aufträge und einen konkreten Produktionsstandort in NRW.
