Mit einem neuen Serviceauftrag baut Rheinmetall das maritime Dienstleistungsgeschäft im Inland aus. Die Konzerndivision Naval Systems erhielt von der Generalzolldirektion einen mehrjährigen Rahmenvertrag zur technischen Betreuung von vier modernen Einsatzschiffen. An der Börse verbuchte die Aktie heute ein Kursplus von 2,2 Prozent auf 1.019,60 Euro, wenngleich das Papier seit Jahresanfang einen Rückgang von 34 Prozent aufweist.
Mehrjähriger Service für LNG-Behördenflotte
Der Kontrakt mit der Bundeszollverwaltung umfasst planmäßige Wartungsarbeiten, Reparaturen, Notfalleinsätze sowie die fortlaufende technische Unterstützung im laufenden Betrieb. Gegenstand der Vereinbarung sind vier mit Flüssigerdgas betriebene Zollschiffe.
Dazu gehören ein 67 Meter langes Flaggschiff sowie drei Einheiten mit jeweils 55 Metern Länge, unter ihnen der in Wilhelmshaven stationierte Zollkreuzer „Friesland“. Die regulären Servicearbeiten sollen an den Liegeplätzen Wilhelmshaven, Lubmin, Neustadt in Holstein und Emden erfolgen.
Die drei kleineren Aluminium-Einheiten stammen aus den eigenen Werftkapazitäten des Rüstungskonzerns. Sie wurden am Standort Wolgast auf der Peene-Werft gefertigt und im vergangenen Jahr an die Behörden übergeben. Die Division Naval Systems war 2026 aus der vollständigen Übernahme von Naval Vessels Lürssen hervorgegangen.
Finanzielle Details zu dem aktuellen Wartungsabkommen wurden nicht veröffentlicht. Die Einheiten sichern den grenzüberschreitenden Warenverkehr in den deutschen Hoheitsgewässern sowie der Ausschließlichen Wirtschaftszone.
Großaufträge und operative Zwischenbilanz
Parallel zum Marinebereich treibt der Konzern das Geschäft mit unbemannten Systemen voran. Während das Unternehmen Stark Defence die Auslieferung erster Kampfdrohnen an die Bundeswehr vorbereitet, sicherte sich auch Rheinmetall neben dem Branchenakteur Helsing milliardenschwere Verträge für militärische Drohnentechnologie.
Konzernchef Armin Papperger ordnete die Situation des Unternehmens kürzlich in einem Interview mit dem Handelsblatt ein. Den Rücksetzer der Aktie im Juni nach Rückschlägen bei Fregattenprojekten und einem negativen Cashflow bezeichnete er als zyklische Schwankung. Die zentrale Aufgabe bleibe es, die Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte bis zum Jahr 2029 sicherzustellen.
Kennzahlen und nächster Berichtstermin
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Rheinmetall ein deutliches Umsatzwachstum. Der Quartalserlös kletterte auf 3,29 Milliarden Euro, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum 2,43 Milliarden Euro erzielt worden waren. Das Ergebnis je Aktie lag im gleichen Zeitraum bei 2,66 Euro nach 2,90 Euro im Vorjahr.
Einen detaillierten Einblick in das laufende Geschäftsjahr erhalten die Marktteilnehmer im Spätherbst. Rheinmetall plant die Veröffentlichung der Zwischenergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 5. November.
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