Schwacher Jahresstart, verfehlte Umsatzerwartungen — und trotzdem stufen führende Banken Rheinmetall geschlossen als Kauf ein. Der Rüstungskonzern liefert morgen die vollständigen Q1-Zahlen, und die Erwartungen sind klar verteilt.
Umsatzlücke, aber bessere Marge
Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Das klingt solide — war aber deutlich weniger als die vom Markt erwarteten rund 2,3 Milliarden Euro. UBS-Analyst Sven Weier nennt das einen „bereinigenden Effekt“ und hält an seiner Kaufempfehlung mit Kursziel 2.200 Euro fest.
Was den Ausschlag gibt: Die operative Marge verbesserte sich auf 11,6 Prozent, nach 10,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis kletterte auf 224 Millionen Euro. Für ein Quartal, das traditionell das schwächste im Jahresverlauf ist, kein schlechter Wert.
Breiter Analystenkonsens oberhalb von 2.000 Euro
Barclays bleibt bei „Overweight“ mit einem Kursziel von 2.125 Euro, Bernstein bestätigt „Outperform“ und sieht den fairen Wert bei 2.050 Euro. Über 23 Analysten hinweg liegt das durchschnittliche Kursziel bei rund 2.053 Euro — allesamt weit über dem aktuellen Kurs von 1.432 Euro, der seit Jahresbeginn um knapp elf Prozent nachgegeben hat.
Das implizite Aufwärtspotenzial beträgt damit mehr als 40 Prozent. Kein Wunder, dass Analysten trotz des Umsatzmisses gelassen bleiben.
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Auftragseingang stützt das Jahresbild
Der Grund für die Zuversicht liegt weniger im Q1-Ergebnis als in der Auftragslage. Ende April sicherte sich Rheinmetall einen Milliardenrahmenvertrag der Bundeswehr für autonome Loitering-Munition-Systeme. Der erste Abruf daraus beläuft sich auf rund 300 Millionen Euro brutto.
Das Management hält an seiner Prognose fest: Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent für das Gesamtjahr 2026, operative Marge um 19 Prozent. Analysten gehen allerdings davon aus, dass das zweite Halbjahr deutlich stärker ausfallen muss, um diese Ziele zu erreichen — die Produktionszyklen machen das zwingend erforderlich.
Morgen, am 7. Mai, legt Rheinmetall die detaillierten Q1-Kennzahlen vor. Neben den finalen Umsatzzahlen dürfte vor allem der Auftragsbestand im Mittelpunkt stehen — sowie der Fortschritt beim Aufbau neuer Kapazitäten, darunter eine Munitionsfabrik in Litauen, die Mitte 2026 den Betrieb aufnehmen soll.
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