Rheinmetall baut seine Rolle in der europäischen Raketenproduktion aus. Der Rüstungskonzern unterzeichnet eine Absichtserklärung mit dem US-Konzern Lockheed Martin. Ziel ist die lokale Fertigung von ATACMS-Raketen in Deutschland.
Neues Werk soll 2027 starten
Die Kooperation sieht die Produktion am Rheinmetall-Standort Unterlüß vor. Dort sollen ab 2027 Feststoffantriebe und weitere Komponenten für ATACMS-Raketen entstehen. Diese Lenkflugkörper sind kompatibel mit HIMARS- und M270-MLRS-Systemen.
Die finale Montage der Raketen ist noch nicht offiziell bestätigt. Trotzdem gilt Rheinmetall als künftig zentraler Akteur in der europäischen Raketenfertigung.
Der Zeitpunkt passt zur aktuellen Nachfragelage. Europäische Staaten wollen ihre Rüstungskapazitäten ausbauen und weniger von externen Lieferketten abhängen. Eine lokale Fertigung von Schlüsselkomponenten stärkt genau diese Unabhängigkeit.
Aktie fällt trotz Wachstumskurs
Trotz der strategischen Nachricht gibt die Rheinmetall-Aktie nach. Der Kurs liegt bei 993,40 Euro, ein Rückgang von 1,68 Prozent im Tagesvergleich. Auf Wochensicht steht ein Minus von 9,44 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es sogar 37,97 Prozent.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro beträgt aktuell 50,21 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro hält die Aktie dagegen nur noch einen Puffer von 10,07 Prozent. Der RSI von 37,2 signalisiert eine überverkaufte Marktlage.
Die Kursschwäche steht im Zusammenhang mit breiteren Bewegungen im Verteidigungssektor nach dem NATO-Gipfel. Die annualisierte Volatilität von 68,82 Prozent zeigt: Der Markt bewertet Rüstungswerte derzeit mit deutlichen Schwankungen neu.
Langfristperspektive bleibt intakt
Der Kursrutsch ändert wenig an den strukturellen Treibern für Rheinmetall. NATO-Staaten erhöhen ihre Verteidigungsausgaben weiter, neue Produktionskapazitäten wie in Unterlüß kommen hinzu.
Die Vereinbarung mit Lockheed Martin unterstreicht Rheinmetalls Anspruch, sich als Partner für moderne Munitionstechnologie zu positionieren. Für den Standort Unterlüß bedeutet das: Ab 2027 könnte dort ein zentraler Baustein europäischer Raketenproduktion entstehen.
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