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Rheinmetall Aktie: Produktion bis 2028 verdoppelt

Rheinmetall baut Munitionsproduktion massiv aus, erlebt aber Rückschlag bei Werftdeal und Kursverlusten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Grundsteinlegung für Pulverfabrik Firepower
  • Produktionskapazität soll sich verdoppeln
  • Erste Ukraine-Lieferung aus neuem Werk
  • Kurszielsenkung durch Bank of America

Rheinmetall treibt den Ausbau seiner Munitionsproduktion weiter voran. Am Donnerstag legte der Konzern über seine Tochtergesellschaft Nitrochemie am Standort Aschau am Inn den Grundstein für die neue Pulverfabrik „Firepower“. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 500 Millionen Euro. Ziel ist es, die Produktionskapazität bis 2028 auf 4.200 Tonnen Treibladungspulver sowie mehr als eine Million Treibladungsmodule pro Jahr zu verdoppeln.

Firepower als Baustein der Munitionsoffensive

Die neue Anlage in Aschau reiht sich in eine Serie von Kapazitätserweiterungen ein, mit denen Rheinmetall seine Rolle als zentraler Munitionslieferant für westliche Streitkräfte untermauert. Erst wenige Tage zuvor, am 14. Juli, hatte der Konzern die erste Lieferung von 155-mm-Artilleriemunition aus dem neuen Werk Unterlüß in Niedersachsen an die Ukraine vollzogen. Die Charge umfasste eine niedrige fünfstellige Stückzahl, der Gesamtauftrag soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Auch im digitalen und autonomen Bereich baut Rheinmetall aus: Am 13. Juli übertrug das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Gesamtverantwortung für das Forschungsprojekt „InterRoC VII“ zu autonomen militärischen Konvois an den Konzern. Am Montag folgte ein weiterer Abruf aus dem Rahmenvertrag „Digitalisierung Landbasierte Operationen“: Die Bundeswehr bestellte bei der Arbeitsgemeinschaft aus Rheinmetall Electronics und blackned Hardwarekomponenten sowie Integrationsleistungen im Wert von 100 Millionen Euro, darunter 5.000 Adapterplatten und 11.000 Pin Pads.

Rückschlag bei TKMS-Werftdeal

Nicht jede Expansionsstrategie geht auf. Am Dienstag brach Thyssenkrupp Marine Systems die Verhandlungen über den Kauf der Werft German Naval Yards Kiel ergebnislos ab. Rheinmetall war in diesem Bieterprozess als Mitbewerber involviert gewesen. Der Konzern bleibt damit vorerst ohne eigenen Zugang zu dieser Werftkapazität, während sich das Rüstungsgeschäft insgesamt weiter stark auf Munition und Landsysteme konzentriert.

Diese einseitige Portfolio-Ausrichtung war auch der Hintergrund für eine Kurszielsenkung von Bank of America: Die Analysten reduzierten am Dienstag ihr Kursziel für die Rheinmetall-Aktie von 1.770 auf 1.300 Euro, hielten aber an der Kaufempfehlung fest. Als Begründung verwiesen sie auf die starke Marktposition im Munitionsgeschäft, warnten zugleich jedoch vor Risiken durch die fehlende Diversifikation des Geschäftsmodells.

Kurs erholt sich von Tiefstständen, bleibt aber unter Druck

An der Börse zeigt sich diese Gemengelage in einem volatilen, aber zuletzt aufwärts gerichteten Kursverlauf. Am Freitag schloss die Aktie bei 1.032,60 Euro, ein Plus von 1,29 Prozent auf Tagessicht. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 9,13 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass sich das Papier von seinem 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro, das erst am 25. Juni erreicht wurde, wieder etwas gelöst hat.

Der längerfristige Blick relativiert die jüngste Erholung allerdings deutlich. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 33,49 Prozent im Minus, gegenüber dem Schlusskurs vor rund zwölf Monaten sogar mit 40,96 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das am 3. Oktober 2025 markiert wurde, klafft weiterhin eine Lücke von 48,55 Prozent. Die hohe annualisierte Volatilität von 67,40 Prozent spiegelt wider, wie stark die Aktie derzeit auf geopolitische Nachrichten und Auftragsmeldungen reagiert.

Neben den operativen Fortschritten in Aschau und Unterlüß richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf den 6. August. Dann veröffentlicht Rheinmetall den Bericht zum zweiten Quartal 2026, der zeigen soll, wie sich die milliardenschweren Investitionsprogramme und die zahlreichen neuen Rüstungsaufträge in den Geschäftszahlen niederschlagen.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.