Rheinmetall hat den Kaufvertrag für seine Division Power Systems unterzeichnet. Der Käufer ist die Beteiligungsgesellschaft AEQUITA. Damit ist die Transformation zum reinen Rüstungskonzern so gut wie vollzogen — der Kurs zeigt davon bislang wenig.
Abschied vom Automotive-Geschäft
Der vorläufige Kaufpreis für 100 Prozent der Anteile beläuft sich auf 350 Mio. Euro. Marktübliche Anpassungen bis zum Abschluss sind möglich. Der Deal soll im vierten Quartal 2026 schließen, steht aber noch unter Vorbehalt der Regulierungsbehörden.
Finanziell hinterlässt der Verkauf Spuren. Bereits in früheren Perioden schrieb Rheinmetall rund 350 Mio. Euro ab. Eine weitere nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von etwa 200 Mio. Euro kommt hinzu.
Als „Pure Play“ der Verteidigungsindustrie startet der Konzern mit einem Auftragsbestand von rund 73 Mrd. Euro. Zuletzt stützte ein Großauftrag aus Rumänien im Volumen von 5,7 Mrd. Euro diese Basis — 298 Lynx-Gefechtsfahrzeuge, Skyranger-Flugabwehrsysteme und Marineschiffe, Lieferung zwischen 2028 und 2030.
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ILA Berlin als nächster Test
In der kommenden Woche präsentiert sich Rheinmetall erstmals in seiner neuen Konzernstruktur auf der ILA Berlin (10. bis 14. Juni). Erwartet werden unter anderem die Loitering Munition FV-014, für die bereits ein Rahmenvertrag mit der Bundeswehr besteht, sowie das Flugabwehrsystem Skyranger 30. Marktbeobachter werten die Messepräsenz als Signal für die technologische Positionierung im Bereich vernetzter und unbemannter Systeme.
Chartbild bleibt belastet
Die Aktie schloss den Freitag bei 1.190,00 Euro — ein Minus von knapp 36 Prozent gegenüber dem Kurs vor zwölf Monaten. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 1.620,26 Euro beträgt mehr als 26 Prozent. Das 52-Wochen-Tief vom 13. Mai 2026 bei 1.099,80 Euro liegt nur noch rund 8 Prozent entfernt und fungiert als nächste Unterstützung.
Der RSI von 39,6 signalisiert noch keine überverkaufte Lage, nähert sich dieser aber an. Ob die ILA-Präsenz neuen Schwung bringt oder die operative Stärke den Kurs wieder in Richtung der gleitenden Durchschnitte zieht, wird sich in den kommenden Handelswochen zeigen — der Auftragsbestand jedenfalls gibt dafür eine solide Grundlage.
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