Armin Papperger greift tief in die Tasche. Über eine nahestehende Gesellschaft hat der Rheinmetall-Chef Aktien im Wert von rund fünf Millionen Euro erworben. Der Zeitpunkt dieses massiven Insiderkaufs ist kein Zufall. Er fällt exakt mit dem endgültigen Abschied des Konzerns aus dem zivilen Autogeschäft zusammen.
Die ATP Holding GmbH kaufte Anfang Juni ein Aktienpaket über die Handelsplattform Xetra. Der Durchschnittspreis der rund 4.000 Papiere lag bei etwa 1.250 Euro.
Der Vorstandschef sendet damit ein markantes Signal in einer für Aktionäre schmerzhaften Phase. Seit Jahresbeginn hat der Titel gut ein Viertel seines Wertes verloren. Aktuell notiert der Kurs bei 1.192,60 Euro und pendelt damit in unmittelbarer Nähe zum 52-Wochen-Tief.
Radikaler Schnitt im Portfolio
Nur einen Tag nach dem Insiderkauf meldete der Rüstungskonzern den Verkauf seiner Power-Systems-Division. Für 350 Millionen Euro geht die Sparte an die Beteiligungsgesellschaft AEQUITA. Rheinmetall vollzieht damit einen harten Schnitt und trennt sich komplett vom zivilen Bereich. Künftig konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf militärische Kunden, Munition und Rüstungstechnologie.
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Der Deal verändert die Konzernstruktur massiv. Die verkaufte Sparte steuerte im vergangenen Jahr noch rund zwei Milliarden Euro zum Umsatz bei. AEQUITA übernimmt laut Vertrag alle 6.250 Beschäftigten der betroffenen Gesellschaften. Ausgenommen vom Verkauf bleiben lediglich drei spezifische Einheiten, darunter das spanische Werk in Abadiano.
Rüstung als alleiniger Treiber
Ohne das Autogeschäft glänzt die verbleibende Rüstungssparte mit hoher Profitabilität. Im vergangenen Jahr kletterte der Konzernumsatz der fortgeführten Aktivitäten auf knapp zehn Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte 1,84 Milliarden Euro. Mit einem massiven Auftragsbestand von fast 64 Milliarden Euro im Rücken ist die Auslastung der Werke auf Jahre gesichert.
Der offizielle Abschluss des Verkaufs ist für das vierte Quartal 2026 angesetzt. Bis dahin müssen die zuständigen Behörden die Übernahme noch absegnen. Parallel dazu muss das Management beweisen, dass die ehrgeizige Jahresprognose hält. Für 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent an.
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