Rheinmetall trennt sich von seinem letzten zivilen Standbein. Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags für die Division Power Systems am 3. Juni 2026 ist der Konzern nun vollständig auf Rüstung ausgerichtet — und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie deutlich unter Druck steht.
Verkauf für 350 Millionen Euro
Die Sparte Power Systems geht für einen vorläufigen Kaufpreis von 350 Millionen Euro an die Beteiligungsgesellschaft Aequita. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die Division rund 2 Milliarden Euro Umsatz, rund 6.250 Mitarbeiter sind betroffen. Der Abschluss der Transaktion hängt noch von regulatorischen Freigaben ab und wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Für Rheinmetall ist der Schritt kalkuliert: Ohne das margenschwächere Industriegeschäft soll die operative Ergebnismarge 2026 auf rund 19 Prozent steigen, nach 18,5 Prozent im Vorjahr. Der Umsatz soll dabei auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro klettern — ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent. Diese Prognose bestätigte das Management zuletzt Anfang Mai.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?
Rohstoffe als Schwachstelle
Die Fokussierung auf Rüstung wirft eine strukturelle Frage auf: Woher kommen die nötigen Rohstoffe? Graphit etwa — unverzichtbar für Elektronik, Batterietechnik und Verbundwerkstoffe in modernen Waffensystemen — wird weltweit überwiegend in China verarbeitet. Die Rüstungsindustrie reagiert, indem sie Kooperationen mit westlichen Bergbauunternehmen aufbaut. Kanadische Projekte wie das von Focus Graphite sollen mittelfristig alternative Lieferketten in Nordamerika und Europa sichern.
Aktie weit vom Hoch entfernt
An der Börse kommt die strategische Klarheit bislang nicht an. Die Rheinmetall-Aktie schloss die vergangene Woche bei 1.190 Euro — ein Wochenminus von knapp 8 Prozent und seit Jahresbeginn ein Verlust von rund 26 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro ist der Kurs mehr als 40 Prozent entfernt.
Der RSI liegt bei 39,6 — technisch neutral bis leicht überverkauft. Das 52-Wochen-Tief von 1.099,80 Euro aus dem Mai ist noch rund 8 Prozent entfernt. Hält diese Marke nicht, fehlt dem Kurs kurzfristig ein belastbarer Boden.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 7. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
