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Rheinmetall Aktie: Power Systems für 350 Millionen an Aequita

Rheinmetall veräußert seine zivile Power-Systems-Sparte und fokussiert sich künftig vollständig auf das Rüstungsgeschäft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Verkaufserlös von rund 350 Millionen Euro
  • 6.200 Mitarbeiter von Transaktion betroffen
  • Defence-Segment erzielt 10 Milliarden Euro Umsatz
  • Aktie verliert auf Monatssicht über 16 Prozent

Rheinmetall trennt sich von einem Stück alter Konzernidentität. Die zivile Power-Systems-Sparte geht an Aequita, der Düsseldorfer Konzern rückt damit noch stärker ins Rüstungsgeschäft. Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts: Die Auftragslage im Verteidigungsbereich zieht, während das klassische Zulieferergeschäft immer weniger zur neuen Gewichtung passt.

Automotive-Abschied mit Folgen

Aequita übernimmt die Division Power Systems für vorläufig rund 350 Millionen Euro. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant und hängt noch an behördlichen Genehmigungen. Rund 6.200 Mitarbeiter sind von der Transaktion betroffen.

Im Konzern verbleiben etwa 34.000 Beschäftigte. Drei Standorte sowie das Werk in Neuss bleiben vorerst bei Rheinmetall; Neuss soll für die Satellitenproduktion umgebaut werden. Der Ausstieg ist damit tiefgreifend, aber nicht vollständig abgeschlossen.

Die verkaufte Sparte erzielte im Geschäftsjahr 2025 rund 2 Milliarden Euro Umsatz. Das Defence-Segment kam im selben Zeitraum auf etwa 10 Milliarden Euro. Im Zuge des Verkaufs rechnet Rheinmetall mit Wertberichtigungen von 200 Millionen Euro.

Rüstungsgeschäft übernimmt die Hauptrolle

CEO Armin Papperger richtet den Konzern damit konsequent auf die stark gestiegene Nachfrage im Militärsektor aus. Rumänien bestellte jüngst ein Rüstungspaket inklusive Panzern und Munition im Wert von 5,7 Milliarden Euro. Die Bundeswehr erteilte außerdem einen Auftrag über mehr als 2.000 Militär-Lkw mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro.

Der Strategiewechsel hat also eine klare operative Logik. Rheinmetall will Kapital, Managementkapazität und Produktionsflächen stärker auf Bereiche lenken, in denen die Nachfrage politisch gestützt und die Auftragsbücher gut gefüllt sind.

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Parallel zum Automotive-Ausstieg baut der Konzern seine Position bei unbemannten Systemen aus. Eine Partnerschaft mit Boeing sieht vor, dass Rheinmetall als Systemmanager für die MQ-28 Ghost Bat in Deutschland auftritt. In den USA wurde American Rheinmetall zusammen mit KNDS für das Mobile-Tactical-Cannon-Programm der US-Armee nominiert, bei dem die Radhaubitze RCH 155 im Rennen ist.

Service als möglicher Hebel

Die volle Pipeline löst allerdings nicht alle operativen Probleme im Verteidigungsumfeld. Ein Lagebericht vom 4. Juni 2026 zeigt, dass im betreffenden Monat nur etwa 50 Prozent der Panzerhaubitzen 2000 sowie der Schützenpanzer Marder und Boxer einsatzbereit waren. Genannt werden Ersatzteilmangel und Planungsdefizite im Verteidigungsministerium.

Für Rheinmetall kann genau dieser Engpass mittelfristig relevant werden. Wartung, Ersatzteile und Modernisierung sind im Rüstungsgeschäft keine Randthemen, sondern wiederkehrende Erlösquellen. Wenn bestehende Systeme schneller einsatzfähig gemacht werden müssen, entsteht zusätzlicher Bedarf abseits der großen Neubestellungen.

Ein weiterer Nebenstrang ist die mögliche Branchenkonsolidierung. Berichten zufolge steht die Defense-Sparte von Iveco zum Verkauf. Rheinmetall wird neben Leonardo und KNDS als potenzieller Interessent gehandelt.

An der Börse wirkt der Umbau bislang nicht als Kurstreiber: Die Rheinmetall-Aktie schloss am Donnerstag bei 1.200,00 Euro; in sieben Tagen verlor sie 7,09 Prozent, auf 30-Tage-Sicht 16,32 Prozent. Der Markt bewertet damit nicht nur die Auftragsdynamik, sondern auch die Umsetzungskosten des Umbaus.

Der nächste harte Termin ist der geplante Abschluss im vierten Quartal 2026. Bis dahin dürfte der Markt den Verkauf vor allem daran messen, ob Rheinmetall die Defence-Aufträge schnell genug in Umsatz, Lieferfähigkeit und Serviceerlöse übersetzt.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.