Europas Verteidigungsbestände weisen deutliche Lücken auf, während sich die technologische Ausrichtung moderner Streitkräfte grundlegend wandelt. Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger bezeichnete die europäischen Raketenbestände am 17. September als „besorgniserregend niedrig“.
Zugleich betonte der Konzernchef, dass Roboter und automatisierte Lösungen in der Verteidigung künftig spürbar an Bedeutung gewinnen werden. Für den Düsseldorfer Rüstungskonzern markiert diese Einschätzung das strategische Profil der kommenden Jahre.
Ausbau der Robotik und taktischer Plattformen
Die Transformation hin zu autonomen Technologien spiegelt sich in mehreren Initiativen des Konzerns wider. Rheinmetall baute den kanadischen Standort Québec aus, um zusätzliche Kapazitäten und Kompetenzen für landgestützte autonome Systeme zu schaffen. Zudem sicherte sich die Tochtergesellschaft American Rheinmetall einen Auftrag des US Marine Corps über 7 Millionen USD für unbemannte Bodenfahrzeuge des Typs Mission Master SP.
Parallel dazu erweitert das Unternehmen die Palette seiner Gefechts- und Unterstützungsfahrzeuge. Rheinmetall UK und Mercedes-Benz UK stellten am 16. September auf der Fachmesse DVD 2026 zwei neue Varianten ihrer gemeinsamen „Wolf Pack“-Familie vor: die taktischen Fahrzeuge Timber Wolf und Silver Wolf.
Um komplexe Landsysteme weiterzuentwickeln, investierte die britische Tochtergesellschaft am 17. September zudem in eine neue Schwingungsprüfanlage am Standort Telford, die gegenwärtig unter anderem die Arbeiten am Kampfpanzer Challenger 3 unterstützt.
Großaufträge und maritime Erprobung
Neben Neuentwicklungen lastet die Nachfrage nach klassischer Munition die Fertigungslinien weiter aus. Am 14. September verbuchte Rheinmetall einen Auftrag eines internationalen Kunden über eine fünfstellige Stückzahl an 155-mm-Artilleriegeschossen. Das Vertragsvolumen bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Produktion ist bereits angelaufen, der vollständige Abschluss der Lieferungen ist bis zum Jahr 2027 geplant.
Gestern erprobte das Unternehmen zudem im Rahmen der NATO-Übung REPMUS26 vernetzte unbemannte Systeme, die gezielt auf den Schutz von Häfen und kritischer maritimer Infrastruktur ausgelegt sind.
An der Börse notierte das Papier gestern zum Handelsschluss bei 1.012,00 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 35 Prozent. Eine Gelegenheit zur Präsentation vor Investoren folgt am 24. September in München, wo das Unternehmen für die Baader-Bank-Investment-Conference angekündigt ist.
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