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Rheinmetall Aktie: Panzererlöse auf 20 Prozent bis 2030

Rheinmetall gründet Joint Venture für unbemannte Systeme, leidet aber unter der neuen NATO-Strategie. Analysten zeigen sich uneins über die Zukunft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues Joint Venture in Kroatien
  • NATO fokussiert auf Drohnen und Luftverteidigung
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 38 Prozent
  • Quartalsbericht am 6. August erwartet

Rheinmetall baut ein neues Geschäftsfeld auf. Der Markt straft die Aktie trotzdem ab. Der Grund liegt nicht im Unternehmen selbst, sondern in einer Weichenstellung der NATO, die dem Konzern sein bisheriges Kerngeschäft streitig macht.

Neues Joint Venture in Kroatien

Rheinmetall gründet mit dem kroatischen Spezialisten DOK-ING ein Gemeinschaftsunternehmen. Es trägt den Namen „Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o.“ und konzentriert sich auf unbemannte Landsysteme. Seit dem 1. Juli 2026 hält Rheinmetall bereits 51 Prozent an DOK-ING, die restlichen 49 Prozent bleiben beim Firmengründer Vjekoslav Majetić.

Das Ziel: Kroatien soll zu einem europäischen Zentrum für Verteidigungsrobotik werden. Die neue Einheit verbindet das Robotik-Wissen von DOK-ING mit der globalen Fertigung von Rheinmetall. Entwickelt werden sollen Systeme für Minenräumung, Aufklärung und Kampfunterstützung – Bereiche, in denen unbemannte Fahrzeuge das Risiko für Soldaten senken.

Zusätzlich zu diesem Schritt hat Rheinmetall gemeinsam mit MBDA einen Vertrag für das Hochenergie-Laserwaffensystem ARGE HEL unterzeichnet. Operativ liefert der Konzern also. An der Börse zählt das aktuell wenig.

Der eigentliche Belastungsfaktor: Ankara

Am 11. Juli 2026 tagte die NATO in Ankara. Das Bündnis verschiebt seinen Fokus weg von schweren Kampfpanzern hin zu Luftverteidigung, Drohnen und elektronischer Kampfführung. Für Rheinmetall ist das ein Einschnitt, kein Randthema.

Analysten rechnen damit, dass der Anteil der Panzererlöse am operativen Gewinn bis 2030 auf rund 20 Prozent fällt. 2023 lag dieser Wert noch bei 45 Prozent. Die Aktie schloss den Handel am Freitag bei 993,00 Euro, ein Minus von 1,90 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursverlust von 38 Prozent zu Buche.

Der Blick auf die Jahresfrist zeigt das Ausmaß noch deutlicher: Binnen zwölf Monaten hat die Aktie 46,25 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995,00 Euro trennen das Papier mittlerweile über 50 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro, erreicht Ende Juni, sind es nur noch knapp 10 Prozent.

Die technischen Indikatoren untermauern das Bild einer Aktie unter Druck. Der Kurs liegt 15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und über 34 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Ein RSI von 37,2 signalisiert eine überverkaufte Lage, die Volatilität liegt bei fast 69 Prozent annualisiert.

Analysten uneinig, ein Projekt gestrichen

Die Einschätzungen der Banken gehen auseinander. Jefferies bestätigt am Freitag das Rating „Buy“. Berenberg senkt das Kursziel dagegen von 1.750 auf 1.600 Euro – vor allem wegen des gestrichenen Fregattenprojekts F126. MWB Research stuft die Aktie sogar auf „Hold“ herab.

Der Wegfall von F126 zeigt exemplarisch, wie schnell sich Auftragslagen in der Rüstungsbranche verschieben können. Ein einzelnes Programm kann das Kursziel einer ganzen Bank verändern.

Blick auf die kommende Woche

Anleger richten den Blick nun auf weitere Details zum NATO-Gipfel und deren Folgen für die Beschaffungspläne der Bundeswehr. Charttechnisch rückt die Marke von 900 Euro als Unterstützung in den Fokus – nur knapp unter dem aktuellen Kurs.

Der 6. August 2026 markiert den nächsten wichtigen Termin. Dann legt Rheinmetall den Quartalsbericht für das zweite Quartal vor. Investoren erwarten konkrete Antworten darauf, wie der Konzern den Ausfall von F126 und die neue NATO-Ausrichtung durch Geschäft mit Lasersystemen und unbemannten Fahrzeugen ausgleichen will.

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