Rheinmetall wächst schneller als jeder andere europäische Rüstungskonzern. Jetzt warnt die Monopolkommission, dass diese Dominanz gefährlich werden könnte — nicht für die Konkurrenz, sondern für den Staat selbst.
Die Bundeswehr wird abhängig
Rupprecht Podszun von der Monopolkommission zieht einen ungewöhnlichen Vergleich: Rheinmetall entwickle sich im Verteidigungssektor zur Marktmacht, wie Google es im Internet ist. Bei Munition und gepanzerten Fahrzeugen gibt es kaum noch nationale Alternativen. Die Bundeswehr kann bei bestimmten Systemen schlicht nicht woanders einkaufen.
Das ist kein akademisches Problem. Beim Fregattenprojekt F-126 liegt das Angebot von Rheinmetall bei 12 Milliarden Euro. Der staatliche Etat sieht nur 10 Milliarden vor. Verteidigungsminister Boris Pistorius prüft die Kostenstruktur — aber die Verhandlungsposition des Staates wird schwächer, je weniger Alternativen er hat.
Rekordaufträge, ehrgeizige Ziele
Operativ läuft es für den Konzern trotzdem beeindruckend. Der Auftragsbestand hat 73 Milliarden Euro erreicht. Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Umsatz um 24 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. CEO Armin Papperger will bis 2030 auf 50 Milliarden Euro Jahresumsatz kommen — eine Verfünffachung gegenüber den 9,9 Milliarden Euro aus dem Geschäftsjahr 2025.
Zu den größten Einzelprojekten gehört die Lieferung von Boxer-Panzern an die Bundeswehr für rund 2,7 Milliarden Euro. International liefert Rheinmetall Aufklärungsdrohnen an die Ukraine und arbeitet an der Modernisierung britischer Challenger-3-Panzer. Die geopolitische Lage bleibt der wichtigste Treiber: Russische Oreschnik-Hyperschallraketenangriffe auf Kiew in der Nacht zum 24. Mai erhöhen den Druck auf NATO-Staaten, ihre Verteidigung weiter auszubauen.
Kurs weit unter Allzeithoch
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.221 Euro — ein Plus von weniger als einem Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen liegt das Papier gut 14 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn sogar fast 24 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei knapp 2.000 Euro trennt die Aktie ein Rückstand von fast 39 Prozent.
Charttechnisch erscheint die Lage angespannt. Ein Shooting-Star-Signal vom Freitag gilt als kurzfristiges Warnsignal. Widerstände liegen bei 1.325 und 1.475 Euro. Analysten sehen Unterstützung erst bei 1.000 Euro.
Die Einschätzungen der Banken bleiben dennoch klar positiv:
- Konsens: 21 von 28 Analysten empfehlen den Kauf
- UBS: Kursziel 1.600 Euro, Kaufempfehlung
- Barclays: Kursziel 2.035 Euro, „Overweight“
Für 2027 rechnen Analysten mit einem Nettogewinn von bis zu 2,4 Milliarden Euro bei einem Umsatz von knapp 19 Milliarden Euro. Das fundamentale Bild und die Monopol-Debatte zeigen damit in dieselbe Richtung: Rheinmetall wird größer — die Frage ist nur, ob der Staat das noch kontrollieren kann.
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