Während sich die Aktie von Rheinmetall auf niedrigerem Niveau konsolidiert, meldet der Konzern über seine nordamerikanischen Töchter neue Geschäftsabschlüsse. Sie sind klein im Volumen, zeigen aber die Breite des internationalen Rüstungsgeschäfts abseits der großen Bundeswehr-Programme.
Aufträge aus den USA und Kanada
Die US-Tochter American Rheinmetall erhielt einen Auftrag von Kongsberg Defence and Aerospace, der Rüstungssparte des norwegischen Kongsberg-Konzerns. Es geht um die Fertigung von Komponenten für den Mittelkaliberturm MCT-30, das geschätzte Volumen liegt bei 0,71 Millionen US-Dollar. Rheinmetall selbst weist darauf hin, dass weitere Folgeaufträge nicht ausgeschlossen sind.
Zwei Tage später folgte eine weitere Meldung: Rheinmetall Canada erhielt über die staatliche Canadian Commercial Corporation einen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für Ersatzkomponenten des Typs MSU-200NAV, bestimmt für die US-Navy.
Das Volumen bewegt sich im einstelligen Millionen-Euro-Bereich, die Auslieferungen sind bis Ende 2028 gestreckt. Für sich genommen bewegen solche Aufträge die Bilanz kaum – sie unterstreichen aber, dass Rheinmetall über sein transatlantisches Töchternetz kontinuierlich in laufende NATO-Beschaffungsprogramme eingebunden bleibt.
Kurs bleibt unter Druck
Am Kapitalmarkt ändert das wenig am Bild der vergangenen Wochen. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.036,00 Euro, ein Minus von 3,2 Prozent an diesem einen Handelstag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 7,1 Prozent, auf Monatssicht von 9,7 Prozent zu Buche. Seit der Guidance-Senkung Anfang August, ausgelöst durch das gestrichene F126-Fregattenprogramm und einen negativen operativen Free Cashflow, hat sich der Abwärtstrend fortgesetzt.
Zum bisherigen Jahreshoch von 2.007,00 Euro, erreicht am 3. Oktober 2025, beträgt der Abstand mittlerweile 48 Prozent. Der Kurs notiert damit auch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.398,02 Euro, ein Abstand von 26 Prozent.
Konkrete Nachrichten, die den jüngsten Rückgang am Freitag erklären, sind nicht erkennbar – die Bewegung wirkt eher wie eine technische Fortsetzung des seit Juni laufenden Abwärtstrends als Reaktion auf ein Einzelereignis.
Arminius bleibt der zentrale Kurstreiber
Für Anleger bleibt das milliardenschwere Boxer-Programm Arminius der entscheidende Bezugspunkt. Die finalen Verhandlungen waren für die zweite Septemberwoche angesetzt, die parlamentarische Behandlung im Bundestag ist für den 9. Dezember 2026 terminiert, die Vertragsunterzeichnung soll fünf bis zehn Tage danach folgen.
Der Fixvertrag für die Fahrzeuge hat ein Volumen von rund 12,4 Milliarden Euro, hinzu kommt ein Servicevertrag über insgesamt 4 Milliarden Euro, wovon 2 Milliarden Euro auf Rheinmetall entfallen. In Summe stehen damit rund 14,4 bis 14,5 Milliarden Euro für den Konzern im Raum.
Bis zur erwarteten Anzahlung von mehr als 3 Milliarden Euro, die für Ende Dezember oder Januar 2027 in Aussicht steht, dürfte der Kurs von den kleineren Nordamerika-Aufträgen kaum nachhaltige Impulse erhalten. Sie bestätigen aber, dass das operative Geschäft trotz gesenkter Jahresprognose und angespanntem Cashflow läuft – während die Marktbewertung derzeit vor allem von der Erwartungshaltung rund um das Großprojekt Arminius geprägt bleibt.
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