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Rheinmetall Aktie: Kongsberg-Auftrag für MCT-30

Neue US- und Kanada-Aufträge stützen Rheinmetalls laufendes Geschäft nur begrenzt, während der Aktienkurs weiter vom Großprojekt Arminius abhängt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • American Rheinmetall fertigt MCT-30-Komponenten
  • Kanada liefert Ersatzteile für US-Navy
  • Aktie verliert binnen Monatsfrist 9,7 Prozent
  • Arminius-Vertrag könnte 14,5 Milliarden Euro umfassen

Während sich die Aktie von Rheinmetall auf niedrigerem Niveau konsolidiert, meldet der Konzern über seine nordamerikanischen Töchter neue Geschäftsabschlüsse. Sie sind klein im Volumen, zeigen aber die Breite des internationalen Rüstungsgeschäfts abseits der großen Bundeswehr-Programme.

Aufträge aus den USA und Kanada

Die US-Tochter American Rheinmetall erhielt einen Auftrag von Kongsberg Defence and Aerospace, der Rüstungssparte des norwegischen Kongsberg-Konzerns. Es geht um die Fertigung von Komponenten für den Mittelkaliberturm MCT-30, das geschätzte Volumen liegt bei 0,71 Millionen US-Dollar. Rheinmetall selbst weist darauf hin, dass weitere Folgeaufträge nicht ausgeschlossen sind.

Zwei Tage später folgte eine weitere Meldung: Rheinmetall Canada erhielt über die staatliche Canadian Commercial Corporation einen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für Ersatzkomponenten des Typs MSU-200NAV, bestimmt für die US-Navy.

Das Volumen bewegt sich im einstelligen Millionen-Euro-Bereich, die Auslieferungen sind bis Ende 2028 gestreckt. Für sich genommen bewegen solche Aufträge die Bilanz kaum – sie unterstreichen aber, dass Rheinmetall über sein transatlantisches Töchternetz kontinuierlich in laufende NATO-Beschaffungsprogramme eingebunden bleibt.

Kurs bleibt unter Druck

Am Kapitalmarkt ändert das wenig am Bild der vergangenen Wochen. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.036,00 Euro, ein Minus von 3,2 Prozent an diesem einen Handelstag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 7,1 Prozent, auf Monatssicht von 9,7 Prozent zu Buche. Seit der Guidance-Senkung Anfang August, ausgelöst durch das gestrichene F126-Fregattenprogramm und einen negativen operativen Free Cashflow, hat sich der Abwärtstrend fortgesetzt.

Zum bisherigen Jahreshoch von 2.007,00 Euro, erreicht am 3. Oktober 2025, beträgt der Abstand mittlerweile 48 Prozent. Der Kurs notiert damit auch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.398,02 Euro, ein Abstand von 26 Prozent.

Konkrete Nachrichten, die den jüngsten Rückgang am Freitag erklären, sind nicht erkennbar – die Bewegung wirkt eher wie eine technische Fortsetzung des seit Juni laufenden Abwärtstrends als Reaktion auf ein Einzelereignis.

Arminius bleibt der zentrale Kurstreiber

Für Anleger bleibt das milliardenschwere Boxer-Programm Arminius der entscheidende Bezugspunkt. Die finalen Verhandlungen waren für die zweite Septemberwoche angesetzt, die parlamentarische Behandlung im Bundestag ist für den 9. Dezember 2026 terminiert, die Vertragsunterzeichnung soll fünf bis zehn Tage danach folgen.

Der Fixvertrag für die Fahrzeuge hat ein Volumen von rund 12,4 Milliarden Euro, hinzu kommt ein Servicevertrag über insgesamt 4 Milliarden Euro, wovon 2 Milliarden Euro auf Rheinmetall entfallen. In Summe stehen damit rund 14,4 bis 14,5 Milliarden Euro für den Konzern im Raum.

Bis zur erwarteten Anzahlung von mehr als 3 Milliarden Euro, die für Ende Dezember oder Januar 2027 in Aussicht steht, dürfte der Kurs von den kleineren Nordamerika-Aufträgen kaum nachhaltige Impulse erhalten. Sie bestätigen aber, dass das operative Geschäft trotz gesenkter Jahresprognose und angespanntem Cashflow läuft – während die Marktbewertung derzeit vor allem von der Erwartungshaltung rund um das Großprojekt Arminius geprägt bleibt.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.