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Rheinmetall Aktie: KNDS-Konkurrenz bedroht Kerngeschäft

Rheinmetall kämpft mit Kursverlusten, staatlicher Konkurrenz und geopolitischen Risiken, trotz Rekordauftragsbestand und neuen Geschäftsfeldern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert seit Jahresbeginn stark
  • Staatliche Konkurrenz durch KNDS-Börsengang
  • Neue Geschäftsfelder auf ILA präsentiert
  • Rekordauftragsbestand von 73 Milliarden Euro

Der Umbau zum reinen Rüstungskonzern ist abgeschlossen. Hinter den Kulissen wächst indes der Druck. Geopolitische Entspannungssignale und neue Konkurrenz durch den Staat fordern das Management massiv heraus.

An der Börse spiegelt sich diese Anspannung wider. Das Papier notiert aktuell bei rund 1.202 Euro. Seit Jahresbeginn verlor der Titel knapp ein Viertel seines Wertes. Der Abstand zum Rekordhoch aus dem vergangenen September beträgt mittlerweile rund 40 Prozent.

ILA Berlin und neue Geschäftsfelder

Rheinmetall präsentiert sich diese Woche auf der ILA in Berlin. Es ist der erste große Auftritt nach der Neustrukturierung. Das Unternehmen zeigt dort das autonome Kampfflugzeug MQ-28 von Boeing. Die Bundeswehr soll die Drohne bis 2029 beschaffen. Auch das Raumfahrt-Joint-Venture mit ICEYE rückt in den Fokus. Dieses sicherte sich kürzlich einen Milliarden-Auftrag für Satellitenaufklärung.

Rheinmetall weitet sein Portfolio parallel dazu auf See aus. Der Konzern hat ein unverbindliches Angebot für die Kieler Werft German Naval Yards abgegeben. Eine Überprüfung der Bücher läuft bereits. Konkurrent TKMS signalisiert ebenfalls Interesse. Ein Bieterwettstreit um den Fregatten-Bauer zeichnet sich ab.

Staatliche Konkurrenz im Kernmarkt

Ein massives Risiko baut sich derweil bei den Landsystemen auf. Die Bundesregierung plant den Börsengang des Panzerbauers KNDS für diesen Sommer. Deutschland und Frankreich halten zunächst signifikante Anteile an dem Unternehmen. Der Hersteller des Leopard 2 wird auf bis zu 20 Milliarden Euro taxiert. Die Folge: Ein staatlich gestützter Rivale greift direkt das Kerngeschäft an.

Der Verkauf der alten Autosparte Power Systems an Aequita soll Ende des Jahres über die Bühne gehen. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei 350 Millionen Euro. Hinzu kommen hohe nicht zahlungswirksame Abschreibungen.

Operativ stottert der Motor noch. Der Umsatz im ersten Quartal verfehlte die Erwartungen der Analysten um 15 Prozent. Die Erlöse stiegen lediglich auf 1,94 Milliarden Euro. Hohe Investitionen drückten den freien Cashflow tief ins Minus.

Ein Lichtblick bleibt das Orderbuch. Der Auftragsbestand kletterte auf 73 Milliarden Euro. Das entspricht dem Fünffachen des geplanten Jahresumsatzes. Der Vorstand hält folglich an seiner Gesamtjahresprognose fest.

Geopolitik als Taktgeber

Externe Faktoren belasten die Stimmung zusätzlich. Mögliche Fortschritte bei Friedensgesprächen zwischen den USA und der Ukraine setzen Rüstungswerte unter Druck. Die bisherige Eskalationsprämie der Aktie schmilzt.

Der nächste Impuls für den Sektor folgt Anfang Juli. Dann trifft sich die NATO zum Gipfel in Ankara. Die eigentliche Hürde wartet am 6. August mit den Halbjahreszahlen. Das Management muss dann beweisen, dass das Rekordorderbuch schneller in echte Gewinne fließt.

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