Ein Auftragsbestand in zweistelliger Milliardenhöhe trifft auf einen abrupten Kurssturz. Bei Rheinmetall klaffen das fundamentale Bild und die Stimmung am Finanzmarkt plötzlich weit auseinander. Nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem harten Analystenurteil fiel die Aktie am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Tief.
Downgrade beschleunigt Talfahrt
Auslöser für den jüngsten Verkaufsdruck war eine Neubewertung durch JPMorgan. Analyst David Perry strich seine Kaufempfehlung und kappte das Kursziel auf 1.500 Euro. Er verwies auf eine geringere kurzfristige Planbarkeit bei Wachstum und Margen. Die Reaktion folgte prompt. Das Düsseldorfer Papier brach am Freitag um über zehn Prozent ein und ging bei 1.207,20 Euro aus dem Handel.
Wachstum verfehlt Erwartungen
Der Skepsis der US-Bank war bereits ein verhaltener Quartalsbericht vorausgegangen. Das Rüstungsunternehmen steigerte den Umsatz im ersten Quartal zwar um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte auf 224 Millionen Euro. Marktbeobachter hatten im Vorfeld allerdings mit deutlich höheren Werten gerechnet.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?
Ein weiterer Kritikpunkt war der operative Free Cashflow, der einen Abfluss von 285 Millionen Euro auswies. Das Management begründete dies mit einem gezielten Vorratsaufbau und einer höheren Kapitalbindung. Diese Schritte sollen das anvisierte Wachstum für das laufende Jahr absichern. Die Jahresprognose für 2026 ließ der Vorstand unangetastet.
Hauptversammlung im Fokus
Am kommenden Dienstag rückt nun die virtuelle Hauptversammlung in den Mittelpunkt. Vorstandschef Armin Papperger wird voraussichtlich die Strategie zur Abarbeitung des massiven Auftragsbestands konkretisieren. Nach dem jüngsten Kursrutsch von fast 25 Prozent seit Jahresbeginn steht das Management unter Druck, die Bedenken hinsichtlich der operativen Umsetzungsgeschwindigkeit zu zerstreuen.
Charttechnisch testet die Aktie nun die psychologisch wichtige Marke von 1.200 Euro. Während JPMorgan zur Vorsicht mahnt, halten andere Adressen wie die Deutsche Bank an Kurszielen jenseits der 2.100 Euro fest. Fällt der Kurs in der neuen Handelswoche unter das aktuelle Jahrestief, drohen weitere technische Anschlussverkäufe.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 10. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
