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Symbolbild, KI-generiert

Rheinmetall Aktie: Gewinnhebel ohne Kiew-Auftrag

Im ersten Halbjahr wuchs Rheinmetalls operatives Ergebnis um 74 Prozent und damit deutlich schneller als der Umsatz.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rheinmetall fehlt bei Kiew-Kooperationen
  • Aktie zuletzt rund zwei Prozent höher
  • Operatives Ergebnis im Halbjahr plus 74 Prozent
  • Drittes Quartal prüft Rheinmetalls Margenentwicklung

Rheinmetall fehlt bei den jüngsten Gemeinschaftsprojekten, die Kiew mit deutschen Partnern plant. Trotzdem legte die Aktie zuletzt zu. Die Gewinndynamik des Konzerns erklärt, warum Anleger gelassen bleiben.

Kiew setzt auf Drohnen und Luftabwehr

Beim Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew standen neue Kooperationen im Mittelpunkt. Abfangdrohnen, Luftabwehr und Satellitentechnik sollen gemeinsam mit Diehl, Hensoldt und Quantum Systems entwickelt werden. Rheinmetall taucht in dieser Runde nicht auf.

Die Aktie stieg am Nachmittag dennoch um rund 1,5 Prozent. Am Dienstagmorgen deutete sich nach den Diskussionsforen eine Fortsetzung an, zuletzt lag das Papier rund 2 Prozent im Plus. Unter Aktionären wird derweil diskutiert, ob Drohnen Panzer und Artillerie tatsächlich ersetzen können. Davon hängt ab, wie stark das klassische Kerngeschäft des Konzerns langfristig bleibt.

Operativer Hebel greift

Dass der Markt die Lücke bei den Kiew-Projekten verkraftet, hat einen Grund: Die hohen Verteidigungsausgaben schlagen inzwischen auf die Ergebnisse durch. Im ersten Halbjahr stieg das operative Ergebnis um 74 Prozent, fast doppelt so schnell wie der Umsatz. Mit besser ausgelasteten Fabriken wächst die Marge, nicht nur das Volumen.

Das passt zum Gesamtbild in Europa. Für den Stoxx Europe 600 erwarten Analysten im dritten Quartal ein Gewinnplus von 19,4 Prozent, getrieben vor allem von Energie und Technologie. Die Rüstungsbranche gilt als einer der stärksten Sektoren am Markt. Auch Saab rechnet mittelfristig damit, dass das operative Ergebnis schneller wächst als die Erlöse.

Rohstoffe als Engpass

Ein zusätzlicher Blick gilt der Lieferkette. Moderne Waffensysteme brauchen Kupfer, Nickel, Silber und Seltene Erden. Die Nachfrage nach militärischer Hardware trifft auf angespannte Rohstoffmärkte. Das könnte die Produktionsplanung der Branche künftig stärker beeinflussen, auch bei Rheinmetall, Renk und Hensoldt.

Hinzu kommen makroökonomische Risiken. Die Inflation im Euroraum stieg im September auf 3,8 Prozent, am Markt werden bis zu drei weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank in den nächsten sieben Monaten eingepreist. Die Berichtssaison im Oktober zeigt, ob die hohen Gewinnerwartungen im Sektor halten. Für Rheinmetall liefern die Zahlen zum dritten Quartal den nächsten Belastungstest für den Margenhebel.

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Diskussion zu Rheinmetall

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.