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Rheinmetall Aktie: FV-014 erreicht 100 Kilometer Reichweite

Rheinmetall demonstriert weitreichende Loitering-Munition und stockt Boxer-Bestellung auf. Der Auftragsbestand erreicht mit 80,4 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erfolgreicher Test der Loitering-Munition
  • Boxer-Auftrag auf 291 Fahrzeuge erhöht
  • Rekordauftragsbestand von 80,4 Milliarden Euro
  • Aktie erholt sich trotz Jahresminus

Rheinmetall hat am Donnerstag den erfolgreichen Test seines Loitering-Munition-Systems FV-014 bestätigt. Das System wurde erstmals aus einem containerisierten Raketenwerfer gestartet, montiert auf einem HX-Lastwagen, und erreichte dabei eine Einsatzreichweite von 100 Kilometern.

Die Demonstration erweitert das Portfolio des Düsseldorfer Rüstungskonzerns um ein weiteres weitreichendes Präzisionswaffensystem und fällt in eine Phase, in der die Auftragsbücher ohnehin prall gefüllt sind.

Boxer-Beschaffung wächst auf 222 Fahrzeuge

Parallel zur Waffentechnik-Nachricht meldete die europäische Beschaffungsbehörde Occar am Montag die Ziehung einer Option über 69 zusätzliche Boxer-Radschützenpanzer. 35 Fahrzeuge gehen an die Bundeswehr, 34 an die niederländische Armee.

Der Gesamtauftrag für das gemeinsam mit KNDS produzierte Fahrzeug wächst damit auf 291 Einheiten. Solche Optionsziehungen sind für Rheinmetall besonders wertvoll, weil sie ohne neue Ausschreibungsrunden direkt in den bestehenden Auftragsbestand einfließen.

Dieser Bestand hatte mit der Vorlage der Halbjahreszahlen am Donnerstag vergangener Woche ohnehin einen Rekordwert erreicht: 80,4 Milliarden Euro, ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Umsatz im zweiten Quartal war um 69,8 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro gesprungen, das operative Ergebnis kletterte um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr hatte der Konzern die Umsatzprognose wegen des gestoppten Fregattenprojekts F126 zwar gesenkt, die Zielmarge von rund 19 Prozent aber bestätigt.

Weitere Aufträge aus mehreren Ländern

Die operative Dynamik zeigt sich auch abseits der Kernmeldungen. Die US-Tochter American Rheinmetall erhielt Anfang August einen 18-monatigen Auftrag der US Army zur Entwicklung autonomer Militärfahrzeuge, gemeinsam mit den Partnern Harbinger, Forterra und Primordial Labs.

Die britischen Streitkräfte bestellten Ende Juli Waffenanlagen für Radhaubitzen RCH 155 im Wert eines niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrags, gefertigt im neuen Werk in Telford.

Und für die Fregatte „Bayern“ der Deutschen Marine läuft seit vor rund zwei Wochen ein Modernisierungsauftrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, dessen Arbeiten bis 2029 auf der Neuen Jadewerft abgeschlossen werden sollen – seither hat die Aktie um 2,6 Prozent zugelegt.

Aktie erholt sich, bleibt aber unter altem Hoch

Der Kurs schloss am Donnerstag bei 1.173,60 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 22 Prozent zu Buche, getrieben von der Serie positiver Auftragsmeldungen und den starken Quartalszahlen. Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, bleibt aber weiterhin ein Abstand von 42 Prozent. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 24 Prozent im Minus.

Die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand, neuen Technologiedemonstrationen und internationalen Bestellungen unterstreicht, dass Rheinmetall operativ auf mehreren Kontinenten gleichzeitig expandiert. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sich diese Dynamik auch in einer nachhaltigen Erholung des Aktienkurses niederschlägt – die jüngste Kursbewegung liefert dafür erste Indizien, ohne das Niveau vom Herbst bereits wieder erreicht zu haben.

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Diskussion zu Rheinmetall

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.