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Rheinmetall Aktie: F126-Stopp kostet 12 Milliarden

Rheinmetall verliert Milliardenauftrag für Fregattenbau an Thyssenkrupp. Der Aktienkurs bricht ein und markiert ein neues Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fregatten-Auftrag an Konkurrenz verloren
  • Kursverlust von über 41 Prozent im Jahr
  • Neues 52-Wochen-Tief erreicht
  • Konzernchef kaufte kurz vor Einbruch Aktien

Im vergangenen Jahr galt Rheinmetall als Inbegriff des unaufhaltsamen Börsenaufstiegs. Heute sieht die Realität radikal anders aus. Der Rüstungskonzern wechselt vom reinen Momentum-Liebling zum harten Industriewert. Mit einem aktuellen Kurs von 944,10 Euro summiert sich der Jahresverlust auf über 41 Prozent.

Ein verlorenes Großprojekt

Auslöser für das jüngste Beben ist ein geplatzter Deal. Das Verteidigungsministerium stoppte überraschend die Pläne für die Fregatte F126. Rheinmetalls Marinesparte ging leer aus. Stattdessen erhielt der Konkurrent Thyssenkrupp Marine Systems den Zuschlag.

Für Rheinmetall platzt damit der Traum vom maritimen Aufstieg. Analysten schätzen das entgangene Volumen auf rund 12 Milliarden Euro. Diese Lücke riss sofort tiefe Wunden in den Kursverlauf. Allein in den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier knapp 20 Prozent an Wert.

Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 23,9 eine massive Überverkauf-Situation. Am heutigen Donnerstag markierte die Aktie bei 902,50 Euro sogar ein neues 52-Wochen-Tief.

Pikantes Timing der Chefetage

Besonders bitter ist das Timing der Konzernspitze. Nur zwei Tage vor dem Einbruch kaufte Konzernchef Armin Papperger eigene Aktien. Er investierte rund vier Millionen Euro. Dieser Vertrauensbeweis verpuffte am Mittwoch völlig wirkungslos.

Die Nachricht vom Fregatten-Aus überrollte den Markt. Reicht die operative Stärke aus, um die hohen Erwartungen der Vergangenheit noch zu rechtfertigen?

Immerhin peilt das Management für 2026 weiterhin einen Umsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro an. Der Auftragsbestand liegt bei enormen 73 Milliarden Euro. Heute bewegt sich der Kurs kaum vom Fleck. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt bleibt mit minus 24 Prozent dennoch gewaltig.

Die neue Realität

Die Zeit der Vorschusslorbeeren ist endgültig vorbei. Investoren honorieren keine potenziellen Aufträge mehr. Sie strafen Verzögerungen und politische Kurswechsel hart ab. Ein echtes Risiko.

Parallel dazu sorgt der anstehende Börsengang des Konkurrenten KNDS für Rotation im Rüstungssektor. Rheinmetall muss nun beweisen, dass der Konzern seine Rekordaufträge margenstark abarbeitet. Nur harte Umsetzung bringt das Vertrauen der Anleger zurück.

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Diskussion zu Rheinmetall

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.