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Rheinmetall Aktie: F126-Projekt für 18 Milliarden gestrichen

Bundeswehr stoppt milliardenschweres Fregattenprojekt für Rheinmetall. Der Konzern verhängt Einstellungsstopp, die Aktie fällt deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fregattenprojekt F126 gestoppt
  • Einstellungsstopp in der Marinesparte
  • Aktienkurs fällt auf 1.012 Euro
  • Analysten senken Kursziel auf 1.150 Euro

Ein Auftragsbuch prall gefüllt mit Munition und Panzern, aber auf dem Wasser droht Stillstand. Das Bundesverteidigungsministerium streicht Rheinmetall ein massives Fregattenprojekt. Die Konsequenzen treffen nun direkt die Belegschaft und den Aktienkurs.

Einstellungsstopp statt Großauftrag

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat das Projekt F126 Ende Juni gestoppt. Rheinmetall zieht nun die Reißleine. Der Rüstungskonzern friert den Personalaufbau in der Sparte Naval Systems komplett ein. Ursprünglich wollte das Management rund 900 neue Stellen schaffen. Etwa 100 Mitarbeiter traten ihren Dienst bereits an.

Der Grund für das Aus liegt in den Dimensionen. Rheinmetall bot sechs Fregatten für rund 18 Milliarden Euro an. Die Übergabe sollte erst ab dem Jahr 2032 starten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages wählte stattdessen eine günstigere Alternative. Die Politik gab 6,3 Milliarden Euro für vier Schiffe frei. Der Zuschlag geht an den Konkurrenten ThyssenKrupp Marine Systems.

Kursrutsch und neue Analystenziele

Die Börse straft den Konzern für diesen Rückschlag ab. Am Donnerstag fiel das Papier auf 1.012,20 Euro zurück. Seit Januar summiert sich der Verlust auf knapp 37 Prozent. Ein klarer Abwärtstrend prägt das aktuelle Chartbild.

Marktexperten reagieren sofort auf die veränderte Lage. Das Analysehaus MWB Research strich seine Kaufempfehlung für Rheinmetall. Die Analysten senkten das Kursziel auf 1.150 Euro. Sie sehen eine klare Verschiebung der politischen Prioritäten. Nach dem jüngsten NATO-Gipfel fließen die Budgets verstärkt in Luftverteidigung und Drohnenabwehr.

Trostpreis in der Drohnenabwehr

Ganz leer geht die Marinesparte des Konzerns nicht aus. Gemeinsam mit dem Partner MBDA Deutschland baut Rheinmetall ein neues Marine-Laserwaffensystem. Das Bundesamt für Ausrüstung erteilte einen Auftrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Hochenergie-Laser sollen bis 2029 auf deutschen Kriegsschiffen einsatzbereit sein.

Die Folge: Das Management muss die entstandene Lücke im maritimen Sektor nun füllen. Der Auftragsbestand des 51,8 Milliarden Euro schweren Rüstungskonzerns bleibt zwar historisch hoch. Der Verlust des Großprojekts verlangt aber nach Alternativen. CEO Armin Papperger sondiert in aktuellen Gesprächen mit dem Verteidigungsministerium bereits neue Optionen.

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