Das Bundesverteidigungsministerium hat das F126-Fregattenprogramm gestoppt. Für Rheinmetall bedeutet das den Verlust eines Schlüsselprojekts — und die Aktie hat diese Woche den härtesten Einbruch seit Jahren erlebt.
Kostenexplosion beendet das Projekt
Ursprünglich sollten sechs F126-Fregatten rund 10 Milliarden Euro kosten. Zuletzt lag der erwartete Gesamtbedarf bei über 18 Milliarden Euro. Das Ministerium zog die Reißleine: zu viele Verzögerungen, zu viel Kostenrisiko. Bereits investiert waren rund 2,4 Milliarden Euro — Geld, das nun abgeschrieben ist.
Rheinmetall hatte die Marinesparte NVL erst im März 2026 übernommen. Der Konzern war als potenzieller Generalunternehmer für das Projekt vorgesehen. Außerdem lieferte Rheinmetall bereits Abwehrsysteme für die F126. Kein Wunder, dass der Markt die Streichung als empfindlichen Rückschlag wertet.
Thyssenkrupp übernimmt, Rheinmetall hofft
Die Deutsche Marine beschafft nun acht Fregatten vom Typ MEKO A-200 DEU. Den Auftrag erhält der Wettbewerber Thyssenkrupp Marine Systems. Für die ersten vier Schiffe rechnet das Ministerium mit rund 6,3 Milliarden Euro — etwa 1,6 Milliarden Euro pro Fregatte. Die erste Lieferung soll bereits 2029 erfolgen.
Rheinmetall könnte als Subunternehmer für Bewaffnung, Sensorik und Munition ins MEKO-Programm einsteigen. Eine Bestätigung steht aber aus.
Kurs halbiert sich innerhalb eines Jahres
Am Mittwoch brach die Aktie um bis zu 17 Prozent ein. Bis Freitag erholte sie sich kaum: Schlusskurs 940,60 Euro, Wochenminus von fast 22 Prozent. Seit Jahresanfang hat das Papier 41 Prozent verloren — gemessen am 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro sogar mehr als die Hälfte.
Der RSI liegt bei 23,7 und signalisiert damit einen stark überverkauften Markt. Technische Gegenbewegungen sind in solchen Phasen möglich. Das ändert nichts am Gesamtbild: Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.562 Euro — fast 40 Prozent über dem aktuellen Kurs. Die Lücke ist gewaltig.
Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob Rheinmetall eine konkrete Rolle im MEKO-Programm bekommt. Erst dann lässt sich einschätzen, wie viel des verlorenen Auftragsvolumens der Konzern tatsächlich kompensieren kann.
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