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Rheinmetall Aktie: Erwartungen von 20 Milliarden gesenkt

Berlin stoppt F126-Fregattenprogramm, Rheinmetall senkt Auftragserwartung. Jahresziele trotzdem bestätigt, Aktie verliert deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bundesregierung beendet F126-Programm
  • Auftragserwartung für Q2 gesenkt
  • Jahresprognose bleibt unverändert
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn

Ein harter Schlag für die Auftragsbücher. Rheinmetall streicht seine Erwartungen für das zweite Quartal 2026 massiv zusammen. Statt der anvisierten 20 Milliarden Euro rechnet der Rüstungskonzern nur noch mit einem Auftragseingang im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich. Der Grund: Berlin hat ein gigantisches Rüstungsprojekt gestoppt.

Die Bundesregierung beendet das F126-Fregattenprogramm vorzeitig. Sie kauft nun acht alternative Schiffe beim Konkurrenten TKMS. Das reißt eine Lücke in die Rheinmetall-Planung. Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Umsatz im Jahr 2026 um bis zu 300 Millionen Euro sinken.

Das Aus betrifft nicht nur die Düsseldorfer. Der Partner Thales verbucht deshalb im ersten Halbjahr eine Sonderbelastung von rund 450 Millionen Euro. Diese ist größtenteils nicht zahlungswirksam.

Jahresziele bleiben bestehen

Trotz der Stornierung hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest. Der Umsatz soll 2026 auf gut 14 Milliarden Euro klettern. Das entspricht einem kräftigen Wachstum. Die operative Marge sieht das Management weiterhin bei etwa 19 Prozent.

Ein dickes Polster federt den Rückschlag ab. Im Frühjahr lag der Auftragsbestand bereits bei gewaltigen 73 Milliarden Euro. Parallel dazu plant der Bund massive Investitionen. Das Kabinett brachte am Montag den Entwurf für einen deutlich höheren Verteidigungsetat ab 2027 auf den Weg.

Aktie im Abwärtssog

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Am Freitag schloss das Papier bei 1.097 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel damit fast 32 Prozent an Wert verloren. Die enorme Volatilität von über 69 Prozent zeigt die Nervosität der Investoren.

Vom Rekordhoch im vergangenen Herbst ist die Aktie weit entfernt. Auch der langfristige Trend bereitet Sorgen. Der Kurs notiert aktuell knapp 29 Prozent unter der 200-Tage-Linie.

Langfristig bleibt das Marktumfeld für Rheinmetall dennoch intakt. Die Kernverteidigungsausgaben Deutschlands sollen bis 2027 um rund 33 Prozent steigen. Inklusive Ukraine-Hilfen könnte das Gesamtbudget sogar 130 Milliarden Euro übersteigen. Der Konzern muss nun neue Aufträge aus diesem Topf sichern, um den Marine-Rückschlag auszugleichen.

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