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Rheinmetall Aktie: Eine Million Treibladungsmodule ab 2027

Rheinmetall legt Grundstein für neues Pulverwerk in Aschau am Inn und treibt die Munitionsstrategie voran. Parallel dazu verkauft der Konzern die Sparte Power Systems.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Grundsteinlegung für Pulverwerk in Aschau
  • Investition von 350 Millionen Euro
  • Bundeswehr ruft Digitalisierungsleistungen ab
  • Verkauf von Power Systems eingeleitet

Rheinmetall hat am 23. Juli 2026 den Grundstein für ein neues Pulverwerk am Standort Aschau am Inn in Bayern gelegt. Die Anlage entsteht im Rahmen des Projekts „Firepower“ und soll ab den Jahren 2027/2028 eine Kapazität von mehr als einer Million Treibladungsmodulen pro Jahr erreichen. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben rund 350 Millionen Euro in den Ausbau.

Pulverwerk als Kernstück der Munitionsstrategie

Der Neubau in Aschau am Inn reiht sich in die Strategie des Düsseldorfer Rüstungskonzerns ein, die Fertigungstiefe bei Munition und Treibladungssystemen deutlich zu erhöhen. Mit der neuen Anlage will Rheinmetall die Abhängigkeit von externen Zulieferern bei kritischen Vorprodukten verringern und die eigene Lieferfähigkeit für Kunden in Europa ausbauen. Die Grundsteinlegung markiert damit einen sichtbaren Meilenstein für ein Vorhaben, das bereits seit längerem angekündigt war.

Bundeswehr ruft weitere Digitalisierungsleistungen ab

Nur wenige Tage zuvor, am 20. Juli 2026, hatte die Bundeswehr im Rahmen des Projekts „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ (D-LBO) weitere Leistungen im Wert von 100 Millionen Euro abgerufen. Der Auftrag umfasst Hardware sowie zusätzliche Integrationsteams einer Arbeitsgemeinschaft aus der Rheinmetall Electronics GmbH und der blackned GmbH. Solche Abrufe im Rahmen von D-LBO gehören zu den wiederkehrenden Umsatzbausteinen, mit denen Rheinmetall seine Position als Ausrüster der Bundeswehr im Digitalisierungsbereich festigt.

Verkauf von Power Systems nimmt Formen an

Parallel zum Ausbau der Munitionssparte trennt sich Rheinmetall von einem zivilen Geschäftsbereich. Anfang Juli unterzeichnete das Unternehmen den Vertrag über den Verkauf der Sparte Power Systems für 350 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion, das sogenannte Closing, wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Der Schritt passt zur fortgesetzten Fokussierung des Konzerns auf das Verteidigungsgeschäft, während margenschwächere zivile Aktivitäten abgegeben werden.

Kursbild zeigt Stabilisierung nach schwierigem Jahr

An der Börse hat sich die Rheinmetall-Aktie zuletzt etwas gefangen. Der Titel notiert bei 1.028,00 Euro und liegt damit binnen sieben Tagen um 4,87 Prozent im Plus. Von seinem 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober 2025 bei 2.007,00 Euro ist die Aktie jedoch weiterhin fast halbiert. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.493,96 Euro beträgt der Abstand rund 31 Prozent nach unten, was die seit Jahresbeginn deutlich eingetrübte Stimmung für den Titel widerspiegelt. Die kurzfristige Erholung der vergangenen Wochen fällt damit vor dem Hintergrund des langfristigen Rückgangs eher moderat aus.

Blick auf die kommenden Termine

Anleger richten den Blick nun auf den 6. August 2026, wenn Rheinmetall den Bericht zum zweiten Quartal 2026 veröffentlicht. Dort dürfte sich zeigen, wie sich die zuletzt vermeldeten Aufträge und der Verkauf von Power Systems in den Zahlen niederschlagen. Ende August, am 27. August 2026, tritt das Management zudem beim DZ Bank Expert Day auf und dürfte dort weitere Einblicke in die Kapazitätsausweitung und die Portfoliobereinigung geben. Mit dem neuen Pulverwerk, dem laufenden D-LBO-Programm und der anstehenden Trennung von Power Systems hat Rheinmetall mehrere Baustellen gleichzeitig in Bewegung, deren Fortschritt die kommenden Quartalsberichte offenlegen werden.

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Diskussion zu Rheinmetall

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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