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Rheinmetall Aktie: EBIT erreicht 562 Millionen Euro

Rheinmetall verzeichnet nach starken Q2-Vorabzahlen weitere Kursgewinne. Der Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro, der vollständige Halbjahresbericht erscheint am Donnerstag.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurs legt um über ein Prozent zu
  • Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
  • Vollständiger Halbjahresbericht am Donnerstag
  • Lynx XM30 im US-Wettbewerb

Rheinmetall bleibt am Mittwoch der Wachstumsimpuls der vergangenen Wochen erhalten. Die Aktie des Düsseldorfer Rüstungskonzerns notiert bei 1.215,00 Euro und legt damit um 1,06 Prozent zu, nachdem sie am Dienstag noch bei 1.202,20 Euro geschlossen hatte. Der eigentliche Auslöser der Bewegung liegt bereits einige Tage zurück: Ende Juli hatte Rheinmetall vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt, die die Erwartungen deutlich übertrafen.

Vorläufige Zahlen treiben die Erholung

Der Konzern meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 3,29 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) von 562 Millionen Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf mehr als 80 Milliarden Euro. Diese Größenordnung erklärt, warum der Titel seither aus seinem zuvor abfallenden Trendkanal ausgebrochen ist und Anleger wieder verstärkt zugreifen.

Nach Berichten aus dem Umfeld der Veröffentlichung wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent – ein Tempo, das vor der vorläufigen Meldung so kaum in den Schätzungen der Analysten stand. Der Markt honoriert diese Dynamik seit Tagen mit steigenden Kursen, auch wenn die Aktie damit erst einen Teil ihrer Verluste aus den vergangenen zwölf Monaten wettmacht.

Volle Bilanz folgt am Donnerstag

Die Aufschlüsselung nach Ergebnis je Aktie und Segmenten liefert Rheinmetall erst mit dem vollständigen Halbjahresbericht an diesem Donnerstag. Vor der vorläufigen Zahl hatten Analysten für das zweite Quartal einen Gewinn von 6,06 Euro je Aktie erwartet, nach 2,90 Euro im Vorjahresquartal, bei einem Umsatz von 3,25 Milliarden Euro. Diese Konsensschätzung liegt inzwischen unter dem bereits bekannten vorläufigen Umsatzwert – ein Hinweis darauf, dass die endgültigen Zahlen am Donnerstag eher positiv überraschen als enttäuschen dürften.

Für das Gesamtjahr 2026 kalkuliert der Analystenkonsens mit einem Gewinn von 37,84 Euro je Aktie nach 15,38 Euro im Vorjahr, der Umsatz soll auf 14,03 Milliarden Euro steigen. Entscheidend für die Kursreaktion am Donnerstag wird weniger die Wachstumsrate selbst sein als die Frage, wie sich Margen und Cashflow in den einzelnen Sparten entwickelt haben.

Breite Auftragsbasis stützt die Wachstumsstory

Der hohe Auftragsbestand spiegelt sich in mehreren aktuellen Vertragsaktivitäten wider. Die US-Tochter American Rheinmetall bewirbt sich mit dem Kettenfahrzeug Lynx XM30 im Wettbewerb der US-Armee um die Nachfolge des Schützenpanzers Bradley und tritt dabei gegen General Dynamics an. Das Fahrzeug ist für eine zweiköpfige Besatzung und sechs Infanteristen ausgelegt und verfügt über einen unbemannten 50-Millimeter-Turm mit offener Systemarchitektur. Die Endmontage soll in Louisiana erfolgen, im Team stehen unter anderem Textron, Raytheon, L3Harris, Allison und Anduril.

Auch im europäischen Geschäft füllt sich das Auftragsbuch weiter. Im Rahmen eines bereits Ende 2024 geschlossenen Rahmenvertrags bestellt Deutschland 149 mobile medizinische Zentren bei Rheinmetall, davon 112 ballistisch geschützte und 37 ungeschützte Einheiten. Die Systeme sind Teil einer NATO-Initiative für modulare medizinische Einrichtungen; die Ukraine setzt vergleichbare Anlagen bereits seit 2023 ein. Zusätzlich erhält die ukrainische Nationalgarde fünf gepanzerte Fahrzeuge des Typs MEDIGUARD.

Charttechnik bleibt konstruktiv

Sowohl der RSI als auch der MACD-Indikator liefern nach dem Ausbruch aus dem Trendkanal auf Tages- und Wochenbasis Kaufsignale. Als nächste Widerstandszone gilt der Bereich zwischen 1.256 und 1.342 Euro. Sollte der Halbjahresbericht am Donnerstag die bereits gemeldeten vorläufigen Trends bestätigen, dürfte diese Marke schnell zum Testfeld für Anleger werden – Rückschläge sind angesichts der weiterhin hohen Schwankungsbreite des Titels aber nicht ausgeschlossen.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.