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Rheinmetall Aktie: Drohnen und Diplomatie

Rheinmetall erhält einen großen Drohnenauftrag der Bundeswehr, während Äußerungen des Konzernchefs zu ukrainischer Drohnenproduktion für diplomatischen Ärger sorgen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bundeswehr bestellt Drohnen für bis zu 2,4 Milliarden Euro
  • CEO-Aussagen lösen scharfe Kritik aus der Ukraine aus
  • Aktie erholt sich nach schwächerem Monat deutlich
  • Dividende für 2025 soll um 42 Prozent steigen

Milliardenauftrag und diplomatischer Ärger — Rheinmetall erlebt dieser Tage beides gleichzeitig. Während das Bundesverteidigungsministerium dem Bundestag einen Rahmenvertrag für Kampfdrohnen im Wert von bis zu 2,4 Milliarden Euro zur Billigung vorgelegt hat, sorgt ein Interview von Konzernchef Armin Papperger für erhebliche Verstimmung in Kiew.

Bundeswehr bestellt Rheinmetall-Drohnen

Konkret geht es um das Loitering-Munition-System „Raider“ — eine 20-Kilogramm-Drohne mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern. In einem ersten Schritt soll Rheinmetall einen Auftrag über knapp 300 Millionen Euro erhalten, der Bodenstationen, Flugkörper sowie Schulungsmaterial umfasst. Die Festbeauftragung des Gesamtrahmenvertrags hängt allerdings davon ab, ob das System bis spätestens April 2027 erfolgreich qualifiziert wird. Eingesetzt werden sollen die Drohnen zunächst zum Schutz der deutschen Panzerbrigade 45 in Litauen.

Papperger-Aussagen treffen einen heiklen Nerv

Zeitgleich steht CEO Papperger in der Kritik. In einem Interview mit dem US-Magazin „The Atlantic“ bezeichnete er ukrainische Drohnenproduktion als Arbeit von „ukrainischen Hausfrauen“ mit 3D-Druckern in der Küche und verglich das Bauen solcher Drohnen mit einem Lego-Spiel. Präsident Selenskyj reagierte scharf: „Wenn jede Hausfrau in der Ukraine tatsächlich Drohnen herstellen kann, dann kann jede Hausfrau in der Ukraine Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall sein.“ Präsidentenberater Kamyschin ergänzte, ukrainische „Lego-Drohnen“ hätten bereits mehr als 11.000 russische Panzer zerstört.

Die Brisanz liegt auf der Hand: Rheinmetall unterhält Gemeinschaftsunternehmen mit ukrainischen Firmen und gehört zu den wichtigsten deutschen Rüstungslieferanten des Landes. Das Unternehmen versuchte anschließend, den Schaden zu begrenzen, und erklärte, man habe „größten Respekt“ vor den Anstrengungen des ukrainischen Volkes.

Starke Zahlen, gedämpfte Erwartungen

An der Börse legte die Aktie heute um rund 6,6 Prozent auf 1.548 Euro zu — eine deutliche Erholung nach einem schwächeren Monat. Auf Jahressicht liegt sie jedoch noch leicht im Minus, nachdem zuletzt Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten. Grund dafür war eine leichte Diskrepanz zwischen den Markterwartungen und der tatsächlichen Umsatzprognose: Für 2026 peilt Rheinmetall ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 Milliarden Euro an — stark, aber nicht ganz so hoch wie einige Analysten kalkuliert hatten. Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie vor, ein Anstieg von rund 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 7. Mai 2026 und dürften erste Hinweise liefern, ob das ambitionierte Wachstumsziel auf Kurs liegt.

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Diskussion zu Rheinmetall

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.