Zwei Übernahmen in einer Woche, ein gekürztes Drohnen-Budget und verhaltene Umsatzprognosen: Rheinmetall hat turbulente Tage hinter sich. Während der Konzern mit den Zukäufen seine strategische Neuausrichtung vorantreibt, bleibt die Marktreaktion verhalten.
Von der Werftenübernahme zum Kriegsschiff-Vollhersteller
Am 1. März 2026 vollzog Rheinmetall die Integration von Naval Vessels Lürssen (NVL). Mit vier Werften – darunter Blohm+Voss und die Peene-Werft – wechseln 2.100 Mitarbeitende in die neu geschaffene Sparte „Naval Systems“.
Der Schritt verändert das Geschäftsmodell grundlegend. Statt nur Systeme und Rüstungsgüter zuzuliefern, kann Rheinmetall künftig komplette Kriegsschiffe wie Korvetten und Fregatten als Generalunternehmer ausliefern. Der Konzern sieht dadurch Zugang zu Aufträgen zwischen 20 und 30 Milliarden Euro.
Nur Tage später folgte der zweite Zukauf: Rheinmetall sicherte sich 51 Prozent am kroatischen Drohnenspezialisten DOK-ING. Das 1991 gegründete Unternehmen hat rund 500 Roboterplattformen in über 40 Länder geliefert, seine Minenräumsysteme sind derzeit in der Ukraine im Einsatz. Im Fokus der Kooperation steht die modulare Komodo-Plattform mit 8,5 Tonnen Nutzlast, die Rheinmetall um Feuer- und Minenräumsysteme ergänzen will.
Markt zeigt sich unbeeindruckt
Die Aktie reagierte mit einem Minus von 3,5 Prozent auf die NVL-Finalisierung – klassisches „Sell the News“. Vom Septemberhoch bei 1.995 Euro hat der Titel rund 22 Prozent verloren.
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Belastend wirkte die Umsatzprognose für 2026: Mit anvisierten 13,6 Milliarden Euro bleibt Rheinmetall unter den Markterwartungen von teils über 14 Milliarden Euro. Hinzu kommt der parlamentarische Dämpfer beim Drohnen-Programm. Statt der beantragten 4,4 Milliarden Euro bewilligte der Haushaltsausschuss nur 2 Milliarden Euro. Das für Rheinmetall eingeplante Volumen von 269 Millionen Euro steht unter strengen Auflagen.
Bilanzvorlage als nächster Prüfstein
Am 11. März legt Rheinmetall die Jahresergebnisse 2025 vor. Für das abgelaufene Jahr erwartet der Konzern ein Umsatzplus von 30 bis 35 Prozent, eine operative Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent sowie eine Cash Conversion deutlich über 40 Prozent.
Mittelfristig peilt Rheinmetall für 2026 Erlöse zwischen 15 und 16 Milliarden Euro an, wobei die NVL-Sparte 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro beisteuern soll. Die EBIT-Marge ist mit 18 bis 20 Prozent projektiert. Analysten rechnen mit einem substanziellen Auftragsaufbau, getrieben durch erwartete deutsche Verteidigungsaufträge in der ersten Jahreshälfte.
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