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Rheinmetall Aktie: Die Schwarzmeer-Wette!

Der Konzern kaufte die insolvente rumänische Werft für 138,03 Millionen Euro; Berenberg senkte Rating und Kursziel der Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zuschlag bei fünfter Werftversteigerung erhalten
  • Kaufpreis: 138,03 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer
  • Rumänien plant vier Marineschiffe bis 2030
  • Berenberg senkt Einstufung auf Hold

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall erweitert seine industriellen Kapazitäten in Osteuropa um maritime Fertigungsstätten. Über die Tochtergesellschaft Rheinmetall Real Estate România sicherte sich das Unternehmen am Freitag den Zuschlag für die insolvente Mangalia-Werft am Schwarzen Meer.

Der Kaufpreis belief sich auf 138,03 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer. Die Übernahme erfolgte im Rahmen einer fünften Versteigerung, nachdem vier vorherige Anläufe erfolglos geblieben waren und die ursprüngliche Preisforderung von 184 Millionen Euro um ein Viertel gesenkt wurde.

Mit dem Werftkauf verbindet die rumänische Regierung ein umfassendes Flottenprogramm. Geplant ist der Bau von vier Marineschiffen – darunter zwei Patrouillenboote und zwei Schiffe zur Taucherunterstützung – mit einem avisierten Projektvolumen von 920 Millionen Euro vor Steuern. Die Fertigstellung der Einheiten ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Industrieller Neustart nach Konkurs

Die Werft befand sich seit Juni 2024 in einem Insolvenzverfahren und ging im April 2026 in den Konkurs über, in dessen Zuge rund 1.000 Beschäftigte von Entlassungen betroffen waren. Rheinmetall soll nun den Werftbetrieb wieder aufbauen und Investitionen in die rumänische Verteidigungsindustrie tätigen. Ein genauer Termin für die Wiederaufnahme des operativen Betriebs steht noch nicht fest.

Der Schritt markiert den Einstieg des Konzerns in die schiffbauliche Fertigung der Region, nachdem das Unternehmen seine Aktivitäten bereits auf Systeme zur weltraumgestützten Aufklärung ausgeweitet hatte. Die Expansion erfolgt in einer Phase, in der das Management zugleich die finanzielle Flexibilität erhöht und die Kreditlinie des Konzerns auf 1,5 Milliarden Euro aufgestockt hat.

Hoher Auftragsbestand trifft auf gedämpfte Erwartungen

Die operative Expansion trifft an der Börse auf ein verhaltenes Sentiment. Die Aktie schloss am Freitag bei 935,30 Euro, womit das Papier seit dem Jahresanfang rund 40 Prozent eingebüßt hat. Der Börsenwert des DAX-Konzerns beläuft sich damit auf 43,63 Milliarden Euro.

Die Zurückhaltung am Markt spiegelt sich auch in jüngsten Analystenstimmen wider. Berenberg stufte das Papier am Sonntag auf „Hold“ herab und reduzierte das Kursziel auf 1.020 Euro.

Das Bankhaus verweist auf eine detaillierte Projektion des Geschäfts, in der für das Jahr 2030 ein Konzernumsatz von 37,6 Milliarden Euro modelliert wird, was unter dem allgemeinen Marktkonsens von 41 Milliarden Euro liegt.

Zwar sitzt der Konzern auf einem Auftragsbestand von rund 80 Milliarden Euro, wovon 56 Milliarden Euro fest kontrahiert sind, jedoch sind laut dieser Analyse für 2030 bisher 29 Prozent der Umsätze vertraglich gedeckt. Im Munitionssegment schätzt Berenberg den Umsatz im Jahr 2030 auf 12,3 Milliarden Euro, womit die Prognose das Ziel des Unternehmens von 14 bis 16 Milliarden Euro verfehlt.

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