Rund 3.000 Soldaten aus acht Nationen üben seit dem 29. Mai in Litauen den Ernstfall — mit Rheinmetall-Gerät. Leopard 2 und Puma stehen im Mittelpunkt der NATO-Großübung „Freedom Shield“. Für den Düsseldorfer Rüstungskonzern ist das mehr als Symbolik.
Baltikum als Schaufenster
Das Manöver auf dem Truppenübungsplatz Pabrade simuliert Panzerangriffe unter Einsatz moderner Lasertechnologie. Beteiligt sind das Panzerbataillon 203 und das Panzergrenadierbataillon 122. Der Hintergrund: Deutschland baut dort die Panzerbrigade 45 auf — die erste dauerhafte Auslandsstationierung der Bundeswehr überhaupt.
Bis Ende 2027 soll die Brigade rund 4.800 Soldaten umfassen und voll einsatzfähig sein. Die laufenden Kosten schätzt man auf etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Rheinmetall liefert die Plattformen. Das macht den Konzern zum strukturellen Nutznießer dieser Dauerpräsenz.
Neue Aufträge, neue Partner
Parallel läuft das operative Geschäft auf Hochtouren. Rheinmetall liefert Laser-Licht-Module für das neue Sturmgewehr der Bundeswehr — ein Auftrag, der im zweiten Quartal 2026 verbucht wird und bis 2032 läuft.
Dazu kommt ein politisch interessantes Signal aus Wolfsburg: VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigte sich offen für die Produktion von Militärfahrzeugen am Standort Osnabrück. Kooperationen mit MAN — einem langjährigen Rheinmetall-Partner im Bereich Militär-LKW — wären dort denkbar.
Obendrein hat Rheinmetall am 28. Mai eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Sie war 7,8-fach überzeichnet und sichert Finanzierung bis 2031.
Kurs erholt, RSI mahnt zur Vorsicht
Die Aktie schloss den Freitag bei 1.291,60 Euro — auf Wochensicht ein Plus von knapp 5,8 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro bleibt mit rund 35 Prozent jedoch erheblich.
Ein technisches Detail verdient Aufmerksamkeit: Der RSI liegt bei 84. Das signalisiert eine kurzfristige Überhitzung. Die Deutsche Bank hält dennoch an ihrer Kaufempfehlung fest und sieht das Kursziel bei 2.100 Euro.
Die starke Anleihezeichnung, wachsende Auftragsbestände und die operative Einbindung in NATO-Strukturen stützen das fundamentale Bild. Ob der Kurs die technische Überhitzung zügig abbaut oder zunächst konsolidiert, wird die erste Handelswoche im Juni zeigen.
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