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Rheinmetall Aktie: Britischer Milliardenauftrag mit Raytheon

Rheinmetall sichert sich einen Milliardenauftrag aus Großbritannien, während der Aktienkurs weiter unter Druck bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenauftrag aus Großbritannien
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 37 Prozent
  • Bank of America senkt Kursziel auf 1.300 Euro
  • Halbjahreszahlen am 6. August entscheidend

Rheinmetall meldet einen Milliardenauftrag aus Großbritannien. Der Aktienkurs reagiert kaum. Seit Jahresbeginn hat das Papier des Düsseldorfer Rüstungskonzerns 37 Prozent verloren – trotz einer Serie neuer Aufträge aus dem Ausland.

Am vergangenen Freitag legte die Aktie um 1,85 Prozent zu und schloss bei 978,00 Euro. Das ändert wenig am Gesamtbild. Der Kurs liegt aktuell rund 51 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro aus dem September 2025.

Großbritannien bringt fast eine Milliarde Euro

Der Kapitalmarkt hatte zuletzt vor allem die Stornierung des F126-Fregattenprogramms durch die Bundeswehr eingepreist. Operativ läuft es für Rheinmetall trotzdem gut. Gemeinsam mit dem US-Partner Raytheon übernimmt der Konzern die Digitalisierung der Gefechtsausbildung britischer Truppen.

Das Projekt läuft 15 Jahre. Auf Rheinmetall entfällt dabei ein Auftragswert von knapp einer Milliarde Euro. Der Deal passt zur Strategie von CEO Armin Papperger: Er will die Abhängigkeit vom deutschen Kernmarkt verringern und internationale Märkte wie Großbritannien stärker erschließen.

Neben dem britischen Großauftrag kamen in den vergangenen zwei Wochen weitere Verträge aus Kuwait und Norwegen hinzu. Auch im Bereich Marinelaser meldet Rheinmetall Fortschritte.

Bank of America senkt Kursziel, bleibt aber bei Kauf

Ein wichtiger Faktor für die jüngste Kursentwicklung kam von der Bank of America. Analyst Benjamin Heelan senkte das Kursziel deutlich von 1.770 auf 1.300 Euro. Die Einstufung „Buy“ behielt er dennoch bei.

Die Begründung: Moderne Kriegsführung verschiebt sich von klassischer Artillerie hin zu Drohnensystemen und Präzisionswaffen. Rheinmetall reagiert darauf mit einer verstärkten Kooperation mit Lockheed Martin. Das klassische Munitionsgeschäft bleibt aber bis 2030 die größte Sparte des Konzerns.

Genau darin liegt ein Risiko. Sollte die Nachfrage der NATO-Staaten schneller in Richtung autonomer Systeme umschwenken als erwartet, könnte das kurzfristig auf die Bewertung drücken.

Halbjahreszahlen am 6. August im Fokus

Am 6. August 2026 legt Rheinmetall den Zwischenbericht für das erste Halbjahr vor. Diese Zahlen gelten als richtungsweisend für den weiteren Kursverlauf.

Investoren wollen wissen, wie stark der Wegfall des F126-Auftrags das Ergebnis belastet. Schätzungen zufolge bedeutet die Stornierung ein Umsatzrisiko von rund 300 Millionen Euro für das laufende Jahr. Der Auftragsbestand von Rheinmetall liegt zwar auf Rekordniveau – die Skepsis an der Börse hat das bislang aber nicht ausräumen können.

Der RSI von 37,5 signalisiert eine Aktie nahe dem überverkauften Bereich. Das deutet auf erschöpften Verkaufsdruck hin, ist aber kein Signal für eine unmittelbare Trendwende. Ob die neuen Auslandsaufträge die Lücke aus dem gestrichenen Fregattenprogramm tatsächlich schließen können, wird sich frühestens mit den Zahlen am 6. August zeigen.

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Diskussion zu Rheinmetall

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.