Rheinmetall greift strategisch breiter an, während die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert. Der Konzern baut eigene Drohnen, plant mit der Deutschen Telekom einen Schutzschirm gegen Drohnen und Cyberangriffe und prüft den Einstieg bei einer Kieler Marinewerft. Der Markt sieht aber zuerst die schwächeren Quartalszahlen.
Aktie bleibt unter Druck
Am Freitag schloss die Rheinmetall-Aktie bei 1.123,80 Euro, ein Tagesminus von 2,01 Prozent. Damit liegt sie nur knapp über dem Tief bei 1.118,00 Euro vom 13. Mai.
Der Druck ist nicht nur kurzfristig. In den vergangenen 30 Tagen verlor der Titel 25,88 Prozent. Auch zum langfristigen Durchschnitt klafft eine deutliche Lücke.
Auslöser waren vor allem die Zahlen zum ersten Quartal. Der Umsatz lag bei 1,94 Milliarden Euro und damit rund 300 Millionen Euro unter den Erwartungen. Das traf die Aktie hart, obwohl der Auftragsbestand weiter wächst.
Ende März lag der Backlog bei 73 Milliarden Euro, nach rund 64 Milliarden Euro zum Jahresende. Rheinmetall gewinnt also weiter mehr Aufträge, als der Konzern aktuell abarbeiten kann. Genau hier liegt der Konflikt: Die Nachfrage ist hoch, die Umsetzung bleibt der Engpass.
Drohnen werden zum neuen Kernfeld
Mit der Deutschen Telekom arbeitet Rheinmetall an einem Schutzschild für kritische Infrastruktur. Der Ansatz verbindet Cybersicherheit, Sensorik, sichere Netze und Abwehrtechnik. Ziel sind Systeme, die Drohnen früh erkennen und sie per Störsignal, Abfangdrohne oder Laser stoppen.
Die Telekom bringt ihr Know-how bei Netzen und Digitalanwendungen ein. Rheinmetall liefert Sensorik und Effektoren. Der Schutz soll etwa Kraftwerke, Industrieanlagen, Brücken und andere sensible Orte absichern.
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Parallel dazu baut Rheinmetall eigene sogenannte Kamikaze-Drohnen. In Braunschweig läuft die Produktion bereits, Neuss soll folgen. Konzernchef Armin Papperger verwies auf einen Vier-Kilogramm-Gefechtskopf und eine Flugzeit von mehr als einer Stunde.
Ein wichtiger Punkt ist die europäische Lieferkette. Die Drohne entsteht in Deutschland, der Gefechtskopf in Italien. Stark und Helsing haben ähnliche Bundeswehr-Aufträge bereits erhalten, Rheinmetall kommt in diesem Feld später.
Marinegeschäft rückt näher
Auch im Schiffbau will der Konzern mehr Gewicht bekommen. Nach der Übernahme der Marinesparte der Bremer Lürssen-Gruppe Ende Februar 2026 hat Rheinmetall ein unverbindliches Angebot für German Naval Yards in Kiel abgegeben.
Nun folgt eine Due-Diligence-Prüfung. Erst danach könnte Rheinmetall ein verbindliches Angebot vorlegen. TKMS hat ebenfalls Interesse angemeldet, damit zeichnet sich ein Bieterrennen ab.
Die Kieler Werft besitzt wichtige Infrastruktur, darunter ein Trockendock mit 426 Metern Länge. Eine Entscheidung wird im Sommer 2026 erwartet.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch mehrheitlich optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2.011 Euro. Warburg-Research-Analyst Christian Cohrs senkte seinen fairen Wert zwar auf 1.550 Euro, stufte die Aktie aber auf „Buy“ hoch.
Der nächste Prüfstein ist das zweite Quartal. Rheinmetall erwartet stärkeres Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang, auch durch größere Aufträge in Marine und Fahrzeugen. In Murcia soll die Munitionsproduktion nach der Explosion wieder voll anlaufen, dazu erwartet der Konzern die Abnahme fertiger Lkw durch die Bundeswehr. Die Jahresprognose bleibt bestehen.
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