Starke Wachstumszahlen, ein neues Rüstungsbündnis in Spanien — und trotzdem ein deutlich gesenktes Kursziel von der Wall Street. Rheinmetall navigiert zum Quartalsende durch ein gemischtes Umfeld, das die Aktie zuletzt merklich belastet hat.
Gemeinschaftsunternehmen mit Indra nimmt Form an
Am 27. März unterzeichneten Rheinmetall und der spanische Technologiekonzern Indra eine Absichtserklärung zur Vertiefung ihrer Kooperation. Im Mittelpunkt steht ein geplantes Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz und Produktion in Spanien, das militärische Fahrzeugsysteme für europäische und lateinamerikanische Streitkräfte liefern soll.
Konkret haben beide Unternehmen zwei laufende Ausschreibungen der spanischen Armee im Visier: bis zu 3.000 Militär-Lastwagen sowie mehrere Hundert gepanzerte taktische Fahrzeuge. Mittelfristig steht auch die Beteiligung an Schützenpanzer- und Kampfpanzerprogrammen im Raum. CEO Papperger sprach von mindestens 500 bis 700 neuen Arbeitsplätzen — mit Potenzial nach oben.
Die strategische Logik dahinter ist klar: Rheinmetalls Fahrzeug- und Systemkompetenz trifft auf Indras Stärke in Elektronik und Sensorik. Gemeinsam wollen beide Komplettlösungen aus einer Hand anbieten. Die Struktur mit lokaler Wertschöpfung erleichtert zudem die Teilnahme an nationalen Ausschreibungen erheblich.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?
Bank of America bleibt bullish — mit Abstrichen
Einen Tag vor der Kooperationsmeldung nahm die Bank of America ihre Einschätzung unter die Lupe. Analyst Benjamin Heelan senkte das Kursziel von 2.220 auf 1.830 Euro, begründet mit einer reduzierten Bewertungsmultiplikatorannahme. Das Rating bleibt jedoch auf „Buy“. Heelan verweist dabei auf eine gestiegene Nachfrage nach Luftabwehrsystemen — ausgelöst durch den iranischen Raketenangriff auf den US-Stützpunkt Diego Garcia. Der Analystenkonsens liegt beim Kursziel im Schnitt bei rund 2.086 Euro.
Q4 enttäuschte — 2026 soll es besser werden
Der eigentliche Auslöser für den Kursdruck liegt weiter zurück. Im März präsentierte Rheinmetall seine Jahreszahlen für 2025: Umsatz von knapp 10 Milliarden Euro, Wachstum von 30 Prozent, operative Marge von 18,5 Prozent — alles über den Erwartungen. Allerdings enttäuschte das Schlussquartal beim Gewinn je Aktie: 14,06 Euro statt der erwarteten 18,81 Euro. Dieser Ausreißer nach unten hinterließ Spuren. Die Aktie notiert aktuell rund 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro.
Für 2026 gibt sich das Unternehmen ambitioniert: Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro, operative Marge von rund 19 Prozent. Der Auftragsbestand im Defence-Segment stützt diese Prognose mit 63,8 Milliarden Euro. Am 7. Mai legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal vor — dann wird sich zeigen, ob das starke Wachstumsversprechen für 2026 greifbare Konturen annimmt. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 40,52 Euro für das Gesamtjahr.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 2. April liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
