Monatelang haben Anleger auf den Nachweis gewartet, dass sich Rheinmetalls Auftragsflut tatsächlich in Gewinn übersetzt. Am Mittwoch liefert der Rüstungskonzern diesen Beweis – und der Markt reagiert mit einem der stärksten Handelstage der jüngeren Vergangenheit. Die Aktie springt um 8,83 Prozent auf 1.186,20 Euro.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Die Erlöse kletterten im zweiten Quartal um 69 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn wuchs deutlich zweistellig auf 562 Millionen Euro – mehr, als Analysten erwartet hatten.
Besonders bemerkenswert: Alle Segmente trugen zu dem Anstieg bei. Der Auftragsbestand kletterte über die Schwelle von 80 Milliarden Euro, auch dank eines Munitionsauftrags der Bundeswehr.
Hinzu kommt ein Auftragspaket aus Rumänien im Wert von 5,7 Milliarden Euro. Das Nato-Land bestellt Gefechtsfahrzeuge, Flugabwehrsysteme, Munition sowie vier Marineschiffe. Wer bislang an der Nachhaltigkeit der Rheinmetall-Wachstumsstory gezweifelt hat, muss diesen Zweifel angesichts eines derart breit abgestützten Auftragspolsters relativieren.
Warum ich das Momentum für belastbar halte
Der heutige Sprung ist keine Eintagsfliege. Die Aktie legte in den vergangenen sieben Handelstagen bereits 17,14 Prozent zu, auf Monatssicht sind es 21,97 Prozent.
Der Kurs notiert nun 6,73 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.111,42 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt dagegen weiterhin deutlich Abstand.
Bereits am Dienstag schloss die Aktie erstmals seit Januar über der Trendlinie ihrer Abwärtsbewegung. Für mich ist genau diese Kombination aus Chartausbruch und überzeugenden operativen Zahlen der eigentliche Grund, warum die aktuelle Rally mehr sein könnte als nur ein kurzes Aufflackern.
Die Kehrseite: Cashflow-Warnung nicht ignorieren
Ganz ohne Wermutstropfen kommt der Bericht nicht. Weil sich Anzahlungen verschoben haben, rechnet Rheinmetall im zweiten Quartal mit einem operativen Barmittelabfluss.
Wachstum, das mit Kapitalbindung im Working Capital erkauft wird, ist nicht automatisch ein Problem. Es verdient aber genaue Beobachtung, sobald am 6. August die vollständigen Halbjahreszahlen vorliegen.
Ebenfalls belastend bleibt der bereits bekannte Rückschlag beim Marinegeschäft. Der Bund strich das Fregatten-Projekt F-126, und Rheinmetall prüft nun mögliche Auswirkungen auf die Gesamtjahresprognose. Dass die Aktie trotz dieser offenen Frage so kräftig zulegt, zeigt: Das Vertrauen in die Breite des übrigen Geschäfts – Munition, Fahrzeuge, Elektronik – überwiegt aktuell klar.
Mein Fazit: Der Boden dürfte gefunden sein
Der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro liegt bei 31,43 Prozent, der RSI von 67,1 zeigt eine spürbare, aber noch keine überkaufte Verfassung. Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007 Euro fehlen dagegen noch 40,90 Prozent – Luft nach oben, sollte sich das operative Momentum fortsetzen.
Die Kurskorrektur des ersten Halbjahres war wohl eher eine Verdauungspause als eine echte Trendwende. Mit dem Rekord-Auftragsbestand und der überraschend starken Ertragslage hat Rheinmetall die fundamentale Basis für eine nachhaltigere Erholung gelegt.
Am 6. August folgen die vollständigen Halbjahreszahlen. Sie liefern die Antwort auf die einzige noch offene Frage: ob der Barmittelabfluss ein einmaliger Effekt bleibt.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
