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Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Euro Auftragsbestand

Rheinmetall trennt sich von Power Systems und konzentriert sich auf Rüstung. Trotz Rekordaufträgen von 73 Mrd. Euro bleibt der Aktienkurs unter Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Power Systems für 350 Mio. Euro verkauft
  • Fokus fast komplett auf Verteidigung
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
  • Aktie trotzdem mit deutlichen Verlusten

Rheinmetall zieht einen klaren Schlussstrich unter das alte Mischkonzern-Modell. Der Verkauf von Power Systems schärft das Profil als Rüstungskonzern. Operativ wächst der Auftragsberg weiter, an der Börse sucht die Aktie trotzdem Halt.

Genau diese Spannung prägt die Lage: Die Bücher sind voller denn je, der Kurs liegt aber klar unter seinen Höchstständen. Das macht den Umbau für den Markt zum Praxistest.

Power Systems geht an Aequita

Aequita übernimmt Power Systems für rund 350 Millionen Euro. Der Vollzug soll im vierten Quartal 2026 erfolgen. Damit verlässt Rheinmetall das verbliebene Kfz-Zuliefergeschäft und stellt den Konzern fast komplett auf Verteidigung um.

Von rund 40.000 Beschäftigten bleiben nach dem Verkauf etwa 34.000 im Defence-Kernbereich. Das Ziel ist klar: weniger zyklisches Autozuliefergeschäft, mehr Fokus auf militärische Systeme mit höheren Margen.

Der Schritt passt zur Nachfragewelle im Rüstungsmarkt. Regierungen erhöhen ihre Budgets, Lieferketten werden ausgebaut und Luftverteidigung bleibt ein zentrales Thema. Das Segment Air Defence wuchs im ersten Quartal 2026 um 43 Prozent.

Rekordaufträge stützen die Story

Der Auftragsbestand liegt inzwischen bei 73 Milliarden Euro. Das ist ein historischer Rekord für den Konzern und gibt der Produktion für Jahre Sichtbarkeit. Für einen Industriewert ist diese Planbarkeit ein wichtiger Vorteil.

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Für das laufende Jahr hält der Vorstand am Umsatzziel fest. Es liegt zwischen 14,0 und 14,5 Milliarden Euro. Die operative Marge soll rund 19 Prozent erreichen.

Auf der ILA Berlin vom 10. bis 14. Juni will Rheinmetall die neue Ausrichtung auch technologisch zeigen. Geplant sind unter anderem das autonome System MQ-28 Ghost Bat und neue Satellitentechnologien. Damit rückt der Konzern stärker in die digitalisierte Kriegsführung vor.

Aktie bleibt unter Druck

An der Börse kommt diese Stärke bisher nur begrenzt an. Am Freitag schloss die Rheinmetall-Aktie bei 1.190,00 Euro, seit Jahresanfang steht ein Minus von 25,69 Prozent und über zwölf Monate ein Rückgang von 33,28 Prozent.

Der Kurs liegt nur 8,20 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Zugleich notiert er 11,48 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI beträgt 39,6. Das spricht für angeschlagene Technik, aber noch nicht für extreme Übertreibung.

Allerdings zahlt die Börse derzeit nicht nur für Aufträge. Sie bewertet auch Zinsen, Bewertungsniveau und die Frage, wie schnell der neue Pure-Play-Konzern die hohen Erwartungen in Ergebniswachstum übersetzt.

Ab Mittwoch liefert die ILA den nächsten Praxistest für die neue Rheinmetall-Story. Der EZB-Termin Mitte der Woche setzt den zweiten Takt: Ein freundlicherer Zinspfad würde Industrietitel stützen, ein straffer Ton könnte die Bodenbildung erschweren.

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Diskussion zu Rheinmetall

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.