Rheinmetall meldet an einem einzigen Tag zwei neue Großaufträge. Eine deutsche Fregatte wird modernisiert, britische Radhaubitzen bekommen neue Geschütze. Der Auftragsbestand wächst weiter — nur wenige Tage vor dem Halbjahresbericht.
Fregatte „Bayern“ bekommt neue Technik
Rheinmetall hat den Zuschlag für die Modernisierung der Fregatte „Bayern“ erhalten. Das 143 Meter lange Schiff der Deutschen Marine gehört zur F123-Klasse. Die Arbeiten laufen auf der Neuen Jadewerft in Wilhelmshaven, die der Konzern erst im Frühjahr 2026 vollständig übernommen hat.
Der Auftrag bewegt sich im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Rheinmetall erneuert das Führungs- und Waffeneinsatzsystem sowie die Radar-Sensorik. Das Ziel: Die „Bayern“ soll bis mindestens 2035 einsatzfähig bleiben. Die Arbeiten sollen 2029 abgeschlossen sein.
Großbritannien bestellt 72 Geschütze
Parallel dazu startet ein Artillerie-Projekt in Großbritannien. Rheinmetall liefert 72 Waffenanlagen des Typs 155 Millimeter L/52 RC für die britischen Radhaubitzen RCH 155. Das Volumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die Fertigung übernimmt die neue Rheinmetall-Geschützfertigung in Telford. Die Auslieferung läuft zwischen Mai 2028 und Juni 2031. Großbritannien will damit Lücken in der eigenen Artillerie schließen, die durch Waffenlieferungen an die Ukraine entstanden sind.
Zahlen am Horizont
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.145,00 Euro, ein Minus von 0,09 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 10,74 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro aus dem Oktober 2025 trennen das Papier aktuell noch fast 43 Prozent.
Am 6. August legt Rheinmetall den vollständigen Halbjahresbericht vor. Vorläufige Zahlen hatten bereits einen Umsatzsprung von rund 69 Prozent im zweiten Quartal signalisiert. Der Auftragsbestand liegt inzwischen bei über 80 Milliarden Euro — ein Rekordwert.
Offen bleiben Details zur Cashflow-Entwicklung und zur Profitabilität einzelner Segmente. Analysten kalkulieren im Schnitt mit einem Gewinn von 37,84 Euro je Aktie für das laufende Jahr. Die neuen Aufträge aus Deutschland und Großbritannien liefern zusätzliches Argument für die überwiegend positiven Einschätzungen am Markt.
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