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Rheinmetall Aktie: 69 Boxer-Panzer von OCCAR freigegeben

Rheinmetall sichert sich neue Rüstungsaufträge für Boxer-Panzer und erholt sich an der Börse. Der Auftragsbestand erreicht einen Rekordwert von 80,5 Milliarden Euro.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • 69 zusätzliche Boxer-Panzer bestellt
  • Auftragsbestand erreicht Rekordwert
  • Aktie erholt sich nach Prognosekürzung
  • Bewerbung um US-Fregattenprojekt

Rheinmetall verbucht neue Rüstungsaufträge, während sich der Kurs von der Prognosekürzung der vergangenen Woche erholt. Die europäische Beschaffungsbehörde OCCAR hat am Montag einen Abruf über 69 zusätzliche Boxer-Radschützenpanzer freigegeben. 35 Fahrzeuge gehen an die Bundeswehr, 34 an die niederländische Armee. Das Programm läuft im Verbund mit KNDS.

Der Auftrag reiht sich ein in eine Serie von Bestellungen, die Rheinmetalls Auftragsbestand stützen. Bereits Ende Juli hatte die Bundeswehr 56 weitere schwere Sattelzugmaschinen des Typs „Elefant 2“ auf HX81-Basis bestellt, ein Volumen von rund 60,5 Millionen Euro brutto, mit Auslieferung in diesem und im kommenden Jahr.

Ebenfalls Ende Juli sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag der britischen Streitkräfte für Waffenanlagen der Radhaubitze RCH 155 im niedrigen dreistelligen Millionenbereich.

Aktie erholt sich nach Prognosekürzung

Die neuen Bestellungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger die Kürzung der Jahresumsatzprognose noch verarbeiten. Das Bundesverteidigungsministerium hatte das F126-Fregattenprojekt gestrichen, den Zuschlag erhielt Wettbewerber TKMS. Rheinmetall senkte daraufhin seine Umsatzspanne für 2026 um 300 Millionen Euro auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, hielt aber an der operativen Marge von rund 19 Prozent fest.

Als strategische Antwort auf den verlorenen Auftrag bewirbt sich Rheinmetall nun um ein US-Großprojekt: die GMF140-Fregatte. Die Bewerbung soll den Ausfall des deutschen Marineauftrags kompensieren und Rheinmetalls Marinegeschäft international breiter aufstellen.

Am Markt zeigt sich bereits eine Gegenbewegung. Am Mittwoch legte die Aktie um 2,9 Prozent zu und schloss bei 1.175,00 Euro. Auslöser waren stabilisierte Erwartungen an die Cashflow-Entwicklung im zweiten Halbjahr.

Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 21 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch weiterhin 24 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro aus Anfang Oktober fehlen noch 41 Prozent.

Auftragsbestand als Gegengewicht zum Cashflow

Die zugrunde liegenden Geschäftszahlen bleiben robust. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 69,8 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verdoppelte sich mehr als und erreichte 562 Millionen Euro.

Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 80,5 Milliarden Euro. Dem steht ein negativer Free Cashflow von 1,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr gegenüber, verursacht durch hohe Vorratsaufbauten für anstehende Lieferungen und verzögerte Zahlungseingänge.

Für Anleger bedeutet das: Die operative Dynamik bleibt intakt, die Cashflow-Belastung ist temporärer Natur und dürfte sich mit fortschreitenden Auslieferungen umkehren. Die Boxer-, Elefant- und RCH-155-Aufträge liefern zusätzliche Umsatzsicherheit für die kommenden Jahre und untermauern den prall gefüllten Auftragsbestand, auch wenn der Verlust des F126-Projekts kurzfristig auf der Umsatzprognose lastet.

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Diskussion zu Rheinmetall

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

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