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Rheinmetall Aktie: 60,5 Millionen für 56 Elefant-2-Transporter

Rheinmetall erhält neuen Bundeswehr-Auftrag für Schwerlasttransporter, während die Bank of America das Kursziel senkt. Der Rüstungskonzern treibt den Kapazitätsausbau voran.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neuer Auftrag für 56 Sattelzugmaschinen
  • Bank of America senkt Kursziel auf 1.300 Euro
  • Kapazitätsausbau in Werken läuft
  • Quartalszahlen am 6. August erwartet

Ein neuer Bundeswehr-Auftrag stützt am Montag die Rheinmetall-Aktie. Gleichzeitig senkt die Bank of America ihr Kursziel deutlich. Beide Nachrichten zusammen zeigen: Der Rüstungskonzern bleibt operativ stark, doch der Kapitalmarkt bewertet die Zukunft der Branche neu.

Neuer Abruf für Schwerlasttransporter

Rheinmetall liefert 56 schwere Sattelzugmaschinen des Typs „Elefant 2″ an die Bundeswehr. Der Auftrag hat einen Bruttowert von rund 60,5 Millionen Euro. Die Fahrzeuge sollen 2026 und 2027 ausgeliefert werden.

Die Tochtergesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles fertigt die Transporter. Der Abruf erweitert einen Rahmenvertrag aus dem Jahr 2018. Die Bundeswehr braucht mehr Kapazität, um gepanzerte Fahrzeuge schnell über weite Strecken zu verlegen.

Der ungeschützte Elefant 2 ergänzt den bereits gelieferten Schwerlasttransporter Mammut. Beide Modelle stammen aus demselben Werk.

Bank of America kappt Kursziel

Die Aktie notiert aktuell bei 1.049,00 Euro, ein Plus von 1,59 Prozent zum Freitagsschluss. Damit setzt sie ihre Erholung vom 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro fort, das erst Ende Juni markiert wurde.

Am Kapitalmarkt zeichnet sich trotzdem eine Neubewertung ab. Die Bank of America senkt ihr Kursziel für Rheinmetall von 1.770 Euro auf 1.300 Euro. Die „Buy“-Empfehlung bleibt bestehen, die Begründung für die Senkung ist aber bemerkenswert.

Die Analysten sehen eine mögliche Verschiebung der NATO-Beschaffungsprioritäten. Statt klassischer Großplattformen und Munition könnten Drohnentechnologie und Präzisionswaffen stärker gefragt sein. Das würde den Bewertungsspielraum für Rheinmetalls traditionelles Kerngeschäft vorübergehend einengen.

Trotz der Kürzung liegt das neue Kursziel noch deutlich über dem aktuellen Niveau. Der Spielraum bis dahin bleibt also substanziell – die Anpassung markiert eher eine vorsichtigere Erwartungshaltung als einen Bruch mit der Aktie.

Kapazitätsausbau läuft weiter

Der Auftragsbestand des Konzerns bleibt enorm. Entscheidend wird sein, wie schnell Rheinmetall diesen Rückstand in Umsatz und Marge umwandelt.

Zwei Projekte zeigen, wie der Konzern seine Produktion ausbaut:

  • Werk Niedersachsen: Mitte Juli lieferte Rheinmetall erstmals 155-mm-Artilleriemunition aus dem neuen Werk in Unterlüß an die Ukraine.
  • Pulverfabrik Aschau: Am 22. Juli erfolgte die Grundsteinlegung für den Ausbau des Pulverwerks in Aschau am Inn. Unter dem Namen „Firepower“ investiert der Konzern rund 500 Millionen Euro. Ab 2028 soll die Kapazität für Treibladungsmodule auf über eine Million Einheiten pro Jahr steigen.

Charttechnisch neutral, fundamental unter Druck

Der RSI von 50,1 zeigt eine neutrale Marktlage. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.489,36 Euro verdeutlicht aber den Korrekturbedarf seit Jahresbeginn – die Aktie liegt aktuell rund 30 Prozent darunter.

Die operative Substanz durch Aufträge und Kapazitätsausbau bleibt intakt. Der Markt wartet nun auf die Quartalszahlen am 6. August. Sie werden zeigen, ob sich der volle Auftragsbestand bereits in Umsatz und Marge niederschlägt.

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Diskussion zu Rheinmetall

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.