Rheinmetall kappt die letzten zivilen Wurzeln. Der Düsseldorfer Konzern verkauft seine Autozulieferer-Sparte und meldet fast zeitgleich einen gewaltigen Rüstungsauftrag. Damit vollzieht das Unternehmen den endgültigen Wandel zum reinen Verteidigungskonzern.
Rekordauftrag aus Rumänien
Das Auftragsvolumen aus Bukarest beläuft sich auf 5,7 Milliarden Euro. Es ist der größte internationale Einzelauftrag in der jüngeren Geschichte von Rheinmetall. Rumänien bestellt knapp 300 Schützenpanzer vom Typ Lynx. Hinzu kommen vier Marineschiffe, Flugabwehrsysteme und Munition.
Die Auslieferungen starten im Jahr 2028 und laufen bis 2030. Das EU-Programm SAFE finanziert den Deal teilweise mit. Parallel dazu baut Rheinmetall seine Produktionskapazitäten vor Ort in Rumänien massiv aus.
Abschied vom Autogeschäft
Der Konzern trennt sich konsequent von seiner Power Systems Division. Die Münchner Industriegruppe AEQUITA kauft die verbliebene Automotive-Sparte. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei rund 350 Millionen Euro.
Der Abschluss des Verkaufs ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Dann konzentriert sich Rheinmetall ausschließlich auf militärische Kunden und Sicherheitsbehörden. Das technologische Portfolio wächst indes weiter. Im dritten Quartal 2026 startet die Produktion neuer Kamikaze-Drohnen.
Blick auf den Kurszettel
An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Aktie kletterte am Donnerstagmorgen um 2,01 Prozent auf 1.188,40 Euro. Dennoch blicken Anleger auf ein volatiles Jahr zurück. Seit Januar verlor das Papier rund 26 Prozent an Wert.
Der aktuelle Kurs liegt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.588,70 Euro. Ein starker Kontrast zum operativen Geschäft. Der Fokus richtet sich nun auf den Herbst. Dann müssen die Düsseldorfer den Verkauf der Auto-Sparte behördlich abschließen und die neue Drohnenproduktion planmäßig hochfahren.
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