Knapp 40 Prozent unter dem Rekordhoch, aber mit einem Rekordauftragsbestand von 73 Milliarden Euro im Rücken — Rheinmetall steckt in einem auffälligen Widerspruch. Der Rüstungskonzern gibt heute strategisch Gas, während der Kurs weiter konsolidiert.
41 Millionen Dollar für den US-Markt
Über die Tochter American Rheinmetall investiert der Konzern 41 Millionen US-Dollar in Produktionsstätten in Michigan, Ohio und Maine. Das Ziel: höhere Kapazitäten und kürzere Lieferzeiten für die US-Verteidigungsindustrie.
Konkret sollen die Mittel zwei Schlüsselprogramme stärken. Das XM30-Kampffahrzeug der US-Armee und der Common Tactical Truck (CTT) stehen im Mittelpunkt. Rheinmetall will damit auch die Widerstandsfähigkeit amerikanischer Lieferketten verbessern.
ILA 2026: Drohnen, Flugabwehr, Loitering Munition
Ab morgen zeigt Rheinmetall auf der ILA Berlin, was der Konzern technologisch zu bieten hat. Die Messe läuft bis zum 14. Juni. Drei Systeme dürften besonders Aufmerksamkeit auf sich ziehen:
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- MQ-28 Ghost Bat: Autonomes Begleitflugzeug, gemeinsam mit Boeing für das Manned-Unmanned Teaming entwickelt
- Skyranger 30: Flugabwehrsystem für den Schutz mobiler Verbände
- FV-014: Loitering Munition im Segment der Präzisionswaffen
Vom Mischkonzern zum reinen Rüstungsunternehmen
Operativ hat Rheinmetall den Umbau abgeschlossen. Der Konzern verkauft das zivile Automotive-Geschäft — die Division Power Systems — für rund 350 Millionen Euro. Künftig konzentriert sich das Unternehmen fast ausschließlich auf Verteidigung.
Der Kurs spiegelt diese Transformation bislang nicht wider. Die Aktie notiert bei 1.198 Euro und damit rund 25 Prozent im Minus seit Jahresanfang. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.614 Euro — weit entfernt vom aktuellen Niveau. Analysten sehen das Kursziel im Schnitt bei 2.025 Euro.
Das 52-Wochen-Tief bei 1.099,80 Euro vom 13. Mai ist nur knapp neun Prozent entfernt. Ob die ILA-Woche mit konkreten Auftragsankündigungen oder Partnerschaften für frische Impulse sorgt, entscheidet sich in den nächsten Tagen.
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